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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
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verfälscht werde; woher wir schließen, daß, wenn wir in nn-bcdachtsamcn Eifer uns alles gestalten, der Vorwand, dessendie Abergläubischen sich bedienen, ein leichtsinniger sey. Ob-wohl indeß dieses Geständnis in Aller Munde ist, so erweisetsteh doch darin eine schändliche Unwissenheit, daß sie, wie wiroben gezeigt haben, weder dein Einen Gott anhangen nochauch in seiner Verehrung sich sorgsam erweisen. Aber Gott,um sein Recht sich zu erhalten, ruft, daß er ein eifrigerGott sey, und jede Vermischung mit falschen Göttern strengerächen werde. Darnach bestimmt er eine gesetzliche Verehrung,um das Menscbengeschlecht in Gehorsam zu halten. Beidesumfasset er in seinem Gesetze, worin er zusörderst die Gläu-bigen sich aneignet, daß er ihnen der einzige Gesetzgeber sey,dann auch die Weise vorschreibt, in welcher er verehrt seynwill. Von dem Gesetze, weil dessen Anwendung und Zweckso vielfach ist , werde ich an seinem Orte reden; jetzt berühreick blos den Theil, worin den Menschen ein Zügel angelegtist, daß sie nicht zu falscher Verehrung sich neigen. Was ichzu Anfang gesagt habe, muß man festhalten, nämlich: wennnicht alles, was der Gottheit eigen ist, in dem einen Gottwohnet, so wird er selbst seiner Ehre beraubt und seine Ver-ehrung geschändet. Hier geziemt es sich, sorgfältig zu bemer-ken, mit welchen Listen der Aberglaube sich täusche. Er ver-fallt nicht in solcher Art auf fremde Götter, daß er den höch-sten Gott zu verlassen, oder in die Reihe der andern zu stel-len scheint; sondern indem er ihm die höchste Stelle zugesteht,umgibt er ihn mit einem Schwärm geringerer Götter, unterwelche er dessen eigenthümliche Thätigkeiten vertheilt, und sowird, obwohl verstohlen und listig, die göttliche Herrlichkeit,damit sie nicht ganz in Einem bleibe, zerspalten. So unter-warfen die Alten, sowohl bei den Juden als Heiden, demVater und Herrscher der Götter jenen großen Schwärm, dergemeinsam mit dem höchsten Gott, nach Stand und Ordnung,Himmel und Erde'regierte. So sind auch vor einigen Jahr-hunderten verstorbene Heilige zur Gemeinschaft Gottes erho-ben, um statt seiner verehrt, angebetet und gepriesen zu wer-

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