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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
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befleckt und zum Verderben verwandt werde. Gott in sicht-barer Gestalt abzubilden halten wir für unrecht, weiler selbst es verboten hat, und solches nicht ohne Entstellungseiner Herrlichkeit geschehen kann. Und daß nicht blos wirdieser Meinung sind, sondern alle weise Schriftsteller solchesmißbilligt haben, wissen die, welche ihre Werke gelesen haben.Wenn es nicht erlaubt ist, Gott eine körperliche Gestalt an-zubildcn, so wird viel weniger zu gestatten seyn, das Bildstatt Gottes oder Gott in demselben zu verehren. Also darfnur das gemalt oder gebildet werden, was in die Augen fällt;Gottes Majestät, die unendlich über den Sinn des Gesichtserhaben ist, darf nicht durch unanständige Schaubildcr ent-weihet werden. Zu jener Art gehören theils Geschichten undThatsachen, theils körperliche Bilder und Gestalten ohne Be-zug auf Geschichte und Thaten. Die ersteren haben einigenNutzen beim Unterricht und zur Erinnerung; die andern kön-nen schwerlich zu etwas anderem als zur Ergötzuug dienen.Und doch waren, wie bekannt, fast alle Bilder, die bisherin den Kirchen sich befanden, von dieser Gattung, woraus zuschließen ist, daß sie ohne Auswahl und Bedacht thörigtcrWeise dort aufgestellt worden. Ich will nicht davon reden,wie schlecht und unanständig manche derselben gebildet sind,und wie die Künstler oft auf schamlose Weise ihnen ihre Ge-lüste aufgedrückt haben; ich behaupte nur, daß wenn sie auchohne Fehler gerathen sind, sie doch nicht zur Lehre nützenkönnen.

13. Jedoch Wir übergehen auch diesen Unterschied undwollen beiläufig erwägen, ob es gut sey, überhaupt Bilder,mögen sie Begebenheiten oder menschliche Gestalten darstellen,in christlichen Kirchen aufzustellen. Zunächst mögen wir, wenndas Ansehen der alten Kirche bei uns etwas gilt, bedenken,daß beinahe fünfhundert Jahre lang, in welchen die Religionvorzüglich blühete und eine reinere Lehre waltete, die christli-chen Kirchen im Allgemeinen rhne Bilder waren. Erst da-mals also wurden sie zum Schmuck derselben erwählt, alsdie Reinheit der Gottcsverehrung anfieng zu entarten. IchCalvins Lust. 1r Bd. L