will nickt untersuchen, welche Beweggründe die ersten Urhe-ber dazu mögen vermocht haben: wenn man Zeitalter mit Zeit-alter vergleicht; so wird man finden, daß das eine dem an-deren, welches keine Bilder gestattete, an Lauterkeit sehr nach-steht. Können wir glauben, daß jene heiligen Väter sie derKirche so lange würden entzogen haben, wenn sie es für nützlichund heilsam erachtet hatten? Vielmehr, weil sie erkannten, daßin ihnen wenig oder gar kein Nutzen, wohl aber viel Gefahrsey, haben sie solche, nicht aus Unknude oder Nachläßigkrit,sondern mit Bedacht und Weisheit verworfen. Solchem zeugetAugustinus mit klaren Worten: «da sie ehrenhalber, sprichter, hoch aufgestellt werden, um den Betenden und Opfern-den in die Augen zu fallen, so erscheinen sie, durch ihre Aehn-lichkeit mit belebten Gliedern und Sinnen, obscbon des Sin-nes und des Lebens entbehrend, schwachen Gemüthern, alsob sie lebten und athmeten« :c.') Und an einem andern Or-te: das bewirkt und erzwingt gewissermaßen die Abbildung derGlieder, daß der in dem Körper wohnende Geist meinet denKörper zu fühlen, den er als dem. seinigen so ähnlich er-kennt :c.« Und bald darnach: «die Bilder dienen vielmehrdazu, die unglückliche Seele niederzubeugen, weil sie Antlitz,Augen, Ohren, Füße haben, als sie zu bessern, weil sie we-der reden, noch sehen, noch hören, noch gehen.« Das scheintdie Ursache zn seyn, weßhalb Johannes uns nicht blos vorder Verehrung der Bilder, sondern auch vor den Bildernselbst warnet.") Und wir haben aus dem schrecklichen Wahnder zum Untergang fast aller Frömmigkeit die Erde vorlangstbeherrschte, hinlänglich erfahren, wie bald die in den Tem-peln aufgestellten Bilder zum Zeichen des Götzendienstes wer-den, weil die Thorheit der Menschen sich des eiligen Verfallszur abergläubischen Verehrung' nicht zu enthalten vermag. Undwenn auch nicht so viel Gefahr dabei wäre, so dünkt es michdoch> wenn ich die Bestimmung der Kirchen erwäge, ihrerHeiligkeit unwürdig, andere Bilder darin aufzunehmen, als
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