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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
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Götter. Auch Juden und Heiden nannten sie chmals nichtso; und doch hörten die Propheten nicht auf, ihnen Hurereimit Holz und Stein vorzuwerfen, und blos um desselbigenwillen, was täglich von denen geschieht, die für Christen ge-halten seyn wollen, nemlich daß sie Gott in Holz und Steinfleischlich verehrten.

11. Ich weiß wohl und es darf nicht verschwiegen wer-den, daß sie sich durch eine spitzfindige Distinction zu helfensuchen, deren späterhin näher gedacht werden soll. Sie be-haupten nämlich, die den Bildern erwiesene Ehre sey Bil-derdienst (Jdolodulic) nicht aber Bildcrverehrung(Jdololatrie). Dieser Dienst (Dulie), sagen sie, könne ohneBeleidigung Gottes Standbildern und Gemälden erwiesenwerden; halten sich also für unschuldig, als Diener, nichtaber Verehrer der Bilder. Und doch ist verehren im Grundeweniger als dienen. So widersprechen sie sich selbst auf kin-dische Weise, indem sie sich hinter dem griechischen Worte zuverstecken suchen, und erweisen nur ihre Unwissenheit. Siewerden uns niemals darthun, daß eine und dieselbe Sachezweierlei sey. Mögen sie in der Sache selbst uns den Unter-schied erweisen, wenn wir sie von den alten Götzendienernunterscheiden sollen. Denn eben so wenig, als ein Mörderoder Ehebrecher der Anklage dadurch entgehen wird, daß erseinem Verbrechen einen andern Namen giebt; so können auchsie durch spitzfindige Unterstellung eines Namens sich nicht vondem Vorwurf des Götzendienstes retten, welchen zu verdam-men sie selbst sich gezwungen fühlen. Aber ihre Sache ist die-selbe der Götzendiener, denen sie es im verkehrten Wetteifergleich zu thun trachten, indem sie die Bilder, in welchen sieGott darstellen, aus eigenem Geist erfinden, und mit ihrenHanden verfertigen.

12. Jedoch bin ich nicht so strenge, daß ich alle Bilderverwerfe; aber da Bildhauerkunst und Malerei Gaben Got-tes sind, so verlange ich einen reinen und rechtmäßigen Ge-brauch derselben, aus daß nicht, was der Herr zn seinerEhre und unserm Besten uns gegeben hat, durch Mißbrauch