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die Gottheit, welche daselbst unsichtbar wohne; die aber, wieer selbst redet, eine gcrcinigtere Religion hatten, behaupteten,daß sie weder das Bild, noch auch den besondern Gott ver-ehrten, sondern in dem körperlichen Bilde ein Zeichen desje-nigen suchen, was sie verehren müßten. — Also alle Götzen-diener, sowohl bei Juden als Heiden, waren, wie gesagt, ge-sinnt; nicht zufr cden mit geistiger Erkenntniß, meinten sieaus den Bildern eine nähere und gewissere zu empfangen.Nachdem nun diese verkehrte Abbildung Gottes einmal gefiel,so hörte man nicht auf, bis durch wiederholte Gaukeleien ge-täuscht, man wähnte, daß Gott in den Bildern seine Kraftäußere. Nichtsdestoweniger waren die Juden überzeugt, daßsie den ewigen Gott, den einigen wahren Herrscher Himmelsund der Erden, und ebenso die Heiden, daß sie ihre eigenenfalschen Götter, deren Wohnung sie sich jedoch im Himmeldachten, unter diesen Bildern verehrten.
10. Die, welche behaupten, daß dieses ehmals geschehenein unsern Tagen nicht mehr geschehe, lügen unverschämt.Denn warum werfen sie sich vor ihnen nieder? Warum wen-den sie sich im Gebet zu ihnen als zu Gottes Ohren? Wahrist, was Augnstinns sagt: Niemand bete zu einem Bil-de aufschauend, ohne Gefühl des Glaubens, vondemselben erhört zu werden, und ohne Hoffnungder Gewährung dessen, was er begehrt. Warum istunter den Bildern desselben Gottes ein solcher Unterschied, daßdas eine wenig bemerkt, oder nur auf gewöhnliche Weise geachtet,ein anderes aber mit allen Ehren erhöhet wird? Warum mattensie sich ab auf Wallfahrten um Bilder zu besuchen, derenAehnliche sie in ihren Häusern haben? Warum streiten sie,wie jetzt geschieht, für sie, wie für Hecrd und Altäre bis zuMord und Todtschlag, so daß sie sich wohl lieber den einigenGott rauben ließen, als ihre Idole? Und doch nenne ichnoch nicht die groben Irrthümer, die fast unzählbar sind undschier alle Herzen erfüllen, sondern ich führe nur das an,was sie selbst aussagen, um sich von dem Vorwurf der Ab-götterei zu reinigen. Sie sagen: wir nennen sie nicht unsere