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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
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nicht blos verboten, Bildsäulen zu errichten, welche ihn selbstdarstellen sollen, sondern auch jegliche Art von Inschriftenund Steinen ihm zu heiligen, die zum Gebet aufgestellt wor-den. Aus demselben Grunde wird dem Gesetze der zweite Ar-tikel von der Anbetung beigefügt. Denn sobald Gott einesichtbare Form gcwcihet ist, wird zu derselben auch seine Kraftgedacht. So bethört sind die Menschen, daß sie Gott an dasbesten, worin sie ihn abbilden, und folglich auch anbeten.Und es ist kein Unterschied, ob sie blos das Idol verehren,oder Gott im Idol. Es ist immer Abgötterei, wenn einemIdole, unter welchem Vorwande es sey, göttliche Ehre er-wiesen wird. Und weil Gott nicht abergläubisch verehrt seynwill, so wird ihm, was dem Idol zugewandt wird, entzogen.Darauf mögen diejenigen merken, welche zur Vertheidigungder fluchwürdigen Abgötterei, wodurch vor mehrern Jahrhun-derten die wahre Religion gedrückt und erstickt wurde, nachnichtigen Vorwänden haschen. Bilder, sagen sie, werden nichtfür Götter geachtet. Auch die Juden waren nicht so gedan-kenlos, daß sie nicht, bevor sie das Kalb machten, gewußthätten, Gott sey es, durch dessen Hand sie ans Aegypten ge-führt worden. Ja, als Aaron sagte, dieses seyen die Götter,die sie aus Aegypten geführt'), bejahten sie es ohne Scheu,ohne Zweifel andeutend, daß sie jenen Gott, ihren Befreier,behalten wollten, jedoch so, daß sie ihn in dem Kalbe vorsich hergehen sähen. Auch muß man den Heiden nicht solcheDummheit zutrauen, daß sie nicht eingesehen hätten, Gott seyetwas anders als Holz und Stein. Denn sie änderten die Bil-der nach Gefallen, aber gedachten dabei derselbigen Götter;auch hatte ein Gott viele Bilder; jedoch dachten sie sich nichteben so viel Götter nach der Zahl der Bilder; außerdem wei-heten sie täglich neue, ohne jedoch neue Götter machen zuwollen. Man lese die Entschuldigungen, welche Augustin alsvon den Abgöttern seiner Zeit erfunden anführt. GemeineMenschen sagten, sie verehrten nicht das Sichtbare, sondern

1) 2. M°s. 32, 4. 3-