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wissenheit umhüllet, ergreist er statt Gottes ein nichtiges Ding,ein leeres Gespenst. Zn diesem Uebel tritt nun die neue Ver-mcssenheit, daß der Mensch, wie er steh Gott innerlich gebil-det, ihn äußerlich darzustellen sucht. Also die Seele erzeugtdas Idol, die Hand gebiert es. Daß der Ursprung derAbgötterei darin liege, weil die Menschen an keine Gegen-wart Gottes glauben, wenn er nicht sleischlich steh ihnen wei-se, zeigt der Jsraelitcn Beispiel: »Wir wissen nicht, sag-ten sie, was Mose wiedersähe en ist: mache uns Göt-ter, die vor uns hergehen.^) Sie wußten wohl, daßGott sey , dessen Kraft sie in so vielen Wundern erfahren hat-ten ; aber daß er ihnen nahe sey, vertrauten sie nicht, wennsie nicht ein leibliches Bild seines Angesichts mit Angcn sahen,zum Zeugniß des regierenden Gottes. An einem vorangehendenBilde wollten sie erkennen, daß Gott aus ihrem Wege sie leite.Die tägliche Erfahrung lehret, daß das Fleisch solange stets un-ruhig ist, bis es ein ihm ähnliches Gebilde erhascht hat, wo-rin es, wie in einem Bilde Gottes, nichtigerweise Trost su-chet. Zu aller Zeit, fast vou Beginn der Welt, haben dieMenschen, diesem blinden Gelüste zu stöhnen, Zeichen errich-tet, in welchen sie Gott vor ihren fleischlichen Augen zuschauen wähnten.
9. Solchem Gebilde folgt alsbald die Anbetung. Dennda sie Gott in den Bildern zn sehen glaubten, verehrten sieihn auch in denselben. Darnach, mit Herz nnd Augen darangeheftet, verthierten sie semehr nnd mehr; staunten bewun-dernd sie an, als ob Göttliches ihnen einwohne. Gewiß ist,daß die Menschen zur Anbetung der Bilder nicht eher schrei-ten, als bis ein gröberer Wahn sich ihrer bemächtigt, nichtzwar, daß sie solche für Götter halten, wohl aber eine gött-liche Kraft als ihr einwohnend sich denken. Magst du alsoGott oder eine Creatur im Bilde dir vorstellen, sobald duzur Verehrung dich vor ihr niederwirfst, bist du schon von ir-gend einem Wahnglauben bezanbert. Deßhalb hat der Herr
1) 2. Mos. 32, t-