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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
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schrieben haben, welche als gewiß annehmen, daß alle diejenigen,deren Bilder man sieht, sterblich gewesen. Eben so Augustinus,der es für Frevel erklärt, nicht blos Bilder anzubeten, sondernauch Gott sie zu weihen. Und er sagt hierin nichts anders, als wasvor vielen Jahren in LoncUin Lttberttrio beschlossen worden ;dessen 36. Artikel heißt: »In den Tempeln sollen keineGemälde seyn, auf daß nicht, was verehrt undcnllg ebetet wird, ans dieWände gemalt werde.« Be-sonders denkwürdig ist, was Augustinus an einem andernOrte aus dem Varro anführt und selbst bekräftiget: Welchezuerst Bildnisse der Götter eingeführt, habenFurcht genommen und Irrthum gegeben. Wennblos Varro dieses gesagt hätte, würde es vielleicht wenigerAutorität babcn, doch müßte es uns billig beschämen, daßein Heide, obwohl im Dunkel tappend, zu dem Lichte gelangtist, einzusehen, wie deshalb körperliche Bilder der MajestätGottes unwürdig seyen, weil sie die Ehrfurcht vor ihm beiden Menschen vermindern, und den Irrthum vermehren. DieSache selbst zeuget, wie nicht blos wahr, sondern auch weisedies gesagt ist; aber Augustinus, der es von Varro entlehnt,spricht es wie aus eigener Seele. Und zwar bemerkt er zu-erst, daß die ersten Irrthümer, welche die Menschen vonGott gefaßt, nicht mit den Bildern angefangen/ sondern durchbeigefügten neuen Stoff, zugenommen haben. Alsdann sagter, daß deßhalb die Furcht Gottes vermindert oder aufgeho-ben werde, weil sein Wesen durch die Narrheit der Bildnisseund ungeziemende und abgeschmackte Dichtung leicht in Ver-achtung gerathen könne; welches letztere die Erfahrung lei-der ! nur zu sehr bestätigt. Wer also recht belehrt zu werdenwünscht, der schöpfe seine Erkenntniß Gottes anderswoherals ans Bildern.

7. Also mögen die Papisten, wenn sie noch einige Schaamhaben, sich des Vorwandcö enthalten, die Bilder seyen derLaien Bücher, was durch so viele Zeugnisse der Schrift wi-derlegt wird. Aber wenn wir auch dieses ihnen zugäben, würdensie doch nicht viel für ihre Götzen gewinnen. Was für Un-