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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
Entstehung
Seite
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d u r ch m e n sch l i ch e Gedanken geina ch te«; daraus gehthervor, daß alle Standbilder nnd Gemälde, Gott abzubildenerrichtet, ihm als Schmähungen seiner Gottheit mißfallen. Undwie wäre es zu verwundern, daß der h. Geist solche AussprüchevomHimmel herab donnert, da er sogar die elenden und blindenGötzendiener ans Erden zu gleichem Bekenntniß zwingt! JeneKlage des Seneka, beim Augustinus ist bekannt: »Die hei-ligen unsterblichen, unverletzlichen Götter, sprichter, verehren sie in der niedrigsten nnd gemeinstenMaterie, und bekleiden sie mit der Menschen undwilder Thiere Gestalt; einige mit vermischtemGeschlecht nnd verschiedenartigen Leibern; unddas nennen sie Götter, was sie, wenn es ihnenlebendig begegnete, für Ungeheuer halten wür-den.« Woraus abermals erhellt, daß die Vertheidiger derBilder mit frecher Lüge sich helfen, wenn sie behaupten, denJuden seyen sie wegen ihres Hanges zum Aber-glauben verboten gewesen. Als ob nur Ein Volk an-gicngc, was Gott aus seinem ewigen Wesen und dem Zusam-menhange der Natur offenbaret. Auch redete Paulus, da erden Irrthum der Abbildung Gottes bestritt, nicht zu Juden,-sondern Athenern.

3. Zuweilen hat zwar Gott durch gewisse Zeichen seineGegenwart offenbaret, so daß gesagt wurde, er werde ge-schaut von Angesicht zu A n g e s i ch t; aber alle Zeichen,die er jemals erwies, entsprachen völlig dem Zweck der Be-lehrung , und erinnerten zugleich deutlich den Menschen ausein unbegreifliches Wesen. Denn Wolken, Rauch undFeuerflammen'), obwohl Symbole himmlischer Herrlich-keit, zügekten die Gemüther Aller, und wehrten jedem Versu-che tiefer einzudringen. Daher erreichte nicht einmal Moses(deiner doch vor andern sich vertraulich offenbarte) durch Gebet,seinAntlitz zuschauen; vielmehr empfieng er zur Antwort,keiu Mensch könne solchen Glanz ertragen.-) Der

1) 5. Mos. 4, ll. 2) 2» Mos. 33, 20.