der Gottheit gebühre, billige oder verwerfe, so spricht er:Du sollst dir kein Bildniß noch irgend cinGlcich-niß machen'): durch welche Worle er unsere Neigung däm-pfet, so wir ihn unter irgend einem sichtbaren Bilde darstel-len wollten, und alle Gestalten kürzlich aufzählt, womit schonvon altcrsher der Aberglaube seine Wahrheit in Lüge zu ver-wandeln begonnen hatte. Denn wir wissen, daß die Son-ne von den Persern angebetet wurde; ja so viele Gestirnedie thörigten Menschen am Himmel sahen, so viel Götter ha-ben sie sich gebildet. ES gab fast kein Thier, welches denAcgyptern nicht ein GotteSbild war. Die Griechen aberglaubten vor allen Andern weise zu seyn, indem sie untermenschlicher Gestalt Gott verehrten. Gott'.aber vergleichtnicht die Bilder untereinander, als ob daS eine passender seynkönne, als daS andere; sondern verwirft ohne Ausnahme,alle Bilder, Gemälde und andere Zeichen, wodurch Abergläu-bische ihn zu sich herabzuziehen mcyntcn.
2. Tiests erhellt aus den Gründen, die er dem Verbotebeifügt. Zuerst bei Mosc: »Gedenke, daß der Herr zudir geredet hat imThale Horeb; die Stimmehörtest du, den Leib sahst du nicht; also merke aufdich selbst, daß du nicht verführt dir irgend einGleichnis; machest ?c. Wir sehen, wie Gott seine Stim-me allen Gestalten entgegensetzt, damit wir erkennen, daßAlle, die ihn in sichtbarer Gestalt begehren, von ihm abfallen.Von den Propheten genüge Jesaias, der in kräftiger Rede -)erweiset, wie Gottes Majestät durch ungeziemende und abge-schmackte Dichtung geschändet werde, wenn man den Unkörpcrli-chen in körperliche Materie, den Unsichtbaren in sichtbarem Bilde,den Geist in leblosem Stoff, den Unverweslichen in einem StückHolz, Stein oder Gold darzustellen wagt. Ebenso urtheiletPaulus 2): Da wir göttliches Geschlechts sind, sol-len wir nicht meynen, die Gottheit sey gleich dengoldenen, silbernen und steinernen Bildern,
1) 2, Mos.20,4- 2)2-s-40,1S.4l,7.29.45,9.u.6,5. 3)Apgsch.17 ,2S.