67
dem Betrüge des Teufels; und was für Ausflüchte auch diePhilosophen fein genug ersonnen haben, so können sie dochden Vorwurf des Abfallcs von Gott und des Verderbnissesder Wahrheit nicht von sich ablehnen. Deßhalb beißt Haba-kuk'), nachdem er alle Götzen verdammt bat, Gott in sei-nem Tempel suchen, damit die Gläubigen keinen annähmenals den, der sich in seinem Worte offenbaret hatte.
Kapitel XI.
Daß es unrecht sey, Gott eine sichtbare Gestalt beizulegen, und daß alle,welche sich Idole errichten, von dem wahren Gott abfallen.
Die Schrift , welche den rohen und beschrankten Verstandder Menschen berücksichtigend menschlich zu reden pflegt, setzetden wahren Gott, wo sie ihn von den falschen unterscheidenwill, den Götzen entgegen; nicht als ob sie, was von denPhilosophen fein und zierlich gelehrt wird, billige, sondern nurdie Thorheit, ja den Wahnsinn der Welt, die Gott in ihreneigenen Speculationen sucht, desto besser zu enthüllen. Dieausschließliche Bestimmung, welche hie und da vorkommt,macht also alles, was die Menschen nach eigenem Dünken sichzur Gottheit machen, zu nichte; weil Gott selbst der einzigewürdige Zeuge von sich selbst ist. Da indessen der rohe Un-sinn die ganze Welt ergriffen hat, daß sie eine sichtbare Ge-stalt Gottes begehrten, und so aus Holz, Stein, Silber,Gold oder anderem sterblichem und verweslichem Stoff Götterbildeten, so müssen wir den Grundsatz festhalten: daß durchgottlose Lüge die Ehre Gottes verletzt werde, sobald man ihmirgend eine Gestalt andichtet. Wenn andaher Gott in dem Ge»setze lehren will, welche Verehrung er, dem allein die Ehre
2) Hab. 2, 20.