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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
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gern das Verständniß'), nicht daß sie ohne Schrift ver-ständig würden, sondern damit daß sie die Schrift ver-ständen. Ebenso, wenn Panlus die Thessalonicher ermahnt,den Geist nicht zu dampfen-), so will er sie nicht zngrundlosen Scbwärmercien ohne das Wort erheben; sonderner fügt sogleich hinzu: die Weissagungen nicht zn ver-achten; wodurch ohne Zweifel angedeutet wird, daß dasLicht des Geistes gedampft werde, wo man die Weissagungenverachtet. Was werden die aufgeblasenen Schwärmer hieznsagen, welche das für die einzige und trefflichste Erleuchtunghalten, was sie, mit Ucbergehung und Verabschiedung desgöttlichen Wortes, schnarchend erträumt, und mit keckem Dün-kel aufgegriffen haben! Den Kindern Gottes fürwahr geziemteine ganz andere Nüchternheit. Denn, wie sie ohne den GeistGottes alles Lichts sich beraubt sehen, so erkennen sie dasWort Gottes für das Organ, wodurch der Herr den Gläu-bigen die Erleuchtung seines Geistes mittheilt. Sie wissenvon keinem andern Geist, als welcher in den Aposteln ge-wohnt und geredet hat, durch dessen Aussprüche sie immerdarzum Hören des Wortes angewiesen werden.

Kapitel X.

Daß die Schrift, wie sie jeden Aberglauben bestreitct, den wahren Gottausschließlich allen Heidengöttern entgegensetze.

Da nun die Erkenntniß Gottes, welche schon aus demWeltgcbaude und allen Geschöpfen nicht undeutlich vernom-men wird, noch naher und Heller aus dem Worte, wie wirgezeigt haben, sich entwickelt; so verlohnt es der Mühe znerwägen, ob der Herr in der Schrift sich als solchen unserweise, wie wir gesehen haben, daß seine Werke ihn andeu-

1) Suk. 24, 27. 2) 1-Thess. 5, 1Z, 20.