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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
Entstehung
Seite
62
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Z. Wenn sie aber lästern, daß wir dem todten denB uchstaben uns hingeben, so bestrafen sie an sich selbst ihreSchriftverachtnng. Denn es ist klar genug, daß Paulus in die-ser Stelle gegen die falschen Apostel streitet, welche, indem sie daSGesetz außer Cbristo empfahlen, dem Volke die Wohlthat deSneuen Testaments entzogen, wo der Herr verheißt, daß ersein Gesetz in das Innere der Gläubigen eingraben und inihre Herzen schreiben wolle. Also ist der Buchstabe gestorben,und das Gesetz des Herrn tödtet seine Leser, wenn es vonChristi Gnade getrennt, und, ohne das Herz zu berühren,blos mit den Ohren vernommen wird. Aber wenn es vondem Geiste kräftig dem Herzen eingedruckt wird, wenn es unsChristum mittbcilt, so ist es das Wort des Lebens, das die See-len umwandelt, den Unmündigen Weisheit gibt w. An dem-selben Orte nennt auch der Apostel seine Predigt das Amtdes Geistes, womit er andeutet, daß der heilige Geist mitseiner Wahrheit, die er in der Schrift ausgedrückt hat, alsovereint sey, daß er dann erst seine Kraft äußere und erweise,wenn man sein Wort mit gebührender Ehrfurcht und Wür-digkeit annimmt. Diesem widerstreitet nicht, was wir schongesagt haben, daß das Wort Gottes uns nicht sehr gewißsey, wenn es nicht durch das Zeugniß des Geistes bestätigtwerde. Denn der Herr hat durch ein gegenseitiges Band dieGewißheit seines Geistes und seines Wortes verbun-den, so daß die völlige Verehrung des Wortes unser Herzerfüllt, indem der Geist uns erleuchtet, der uns daselbst dasAntlitz Gottes schauen laßt; wo wir hinwiederum ohne Be-fürchtung eines Irrthums den Geist empfangen, indem wirihn in seinem Bilde, d. h. in dem Worte, erkennen. Soverhalt es sich in Wahrheit. Gott hat den Menschen nichtsein Wort mitgetheilt, um es alsbald durch Sendung seinesGeistes wieder.aufzuhcben; sondern er hat denselben Geist,durch welchen er das Wort zuvor ausgetheilt hatte, gesendet,um sein Werk durch Bestätigung seines Wortes zu vollenden.Auf diese Weise eröffnete Christus jenen beiden Iün-