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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
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Mit Recht will daber Augnstinus, daß Frömmigkeit und Frie-de der Seele vorhergehen müsse, ehe der Mensch von solchenDingen etwas verstehe.

Kapitel IX.

Daß die Schwärmer, welche mit Hintansetzung der Schrift, auf Offen-barung Anspruch machen, alle Grundsätze der Gottseligkeit zerstören.

Diejenigen, welche mit Verwerfung der Schrift sich, ichweiß nicht welcken Weg, erträumen, um zu Gott zu gelan-gen , sind nicht blos für Irrende, sondern für toll zu achten.Es haben sich nämlich seit kurzem einige Scbwindelköpfe her-vorgethan, die, eine Meisterschaft des Geistes übermüthigvorwendend, alles Lesen selbst verachten, und die Einfalt de-rer verspotten, welche, wie sie sagen, einem todten und töd-tenden Buchstaben folgen. Aber ich möchte von ihnen verneh-men, was das für ein Geist seyn mag, durch dessen Hauchsie so hoch fahren, daß sie auf die Schriftlehre, wie auf einkindisches, niedriges Ding herabzusehen wagen. Antwortensie, es sey Christi Geist, so beweisen sie dadurch eine lächer-liche Selbstgenügsamkeit. Denn sie werden vermuthlich docheingestehcn, daß die Apostel und andere Gläubige der erstenKirche von keinem andern Geist erleuchtet worden sind. Aberkeiner hat von daher die Verachtung des göttlichen Wortes ge-lernt, sondern vielmehr eine größere Verehrung empfangen, wieihre Schriften aufs deutlichste bezeugen. So wird es durch denMund Jesaias vorhergcsagt. Denn, wo er sagt: »MeinGeist, der in dir ist, und die Worte, die ich in dei-nen Mund gelegt habe, sollen nicht von deinemMunde weichen, noch von dem Munde deines Saa-mens ewiglich« da verbindet er das alte Volk nicht

1) Ich 59, 2t.