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vermag. Lies den Demostbenes oder Cicero, den Plato,Aristoteles oder ctwelcke andere der Art; wundersam , ich ge-be es zu, werden sie dich anlocken, ergötzen, erschüttern, ent-zücken: aber wenn du von da zu dem heiligen Buche dichwendest, so wird es dich, magst du wollen oder nicht, so le-bendig ergreifen, so dein Herz durchdringen, so in deinemMark wohnen, daß von diesem gewalkigen Gefühl jene Kraftder Reden und Plstlosophen fast verschwindet, woraus erhel-let, daß ein göttlicher Hauch die heiligen Schriften erfüllenmuß, wodurch sie alle menschliche Kunst und Gaben bei wei-tem übertreffen.
2. Jedoch findet sich bei einigen Propheten eine sehr schö-ne und zierliche, ja glänzende Darstellung, daß sie an Bered-samkeit keinem Profanschriststellcr nachstehen, und mit solchenErempeln hat der heilige Geist zeigen wollen, daß er nichtans Mangel der Kunst anderswo der kunstlosen und gcmeincuRcdeart sich bedient habe. Uebrigens magst du David, Jc-saias und ähnliche lesen, oder Am06, den Mann der Her-de, Ieremias und Zacharias, deren rauherer Ausdruckdem des gemeinen Lebens sich nahet; überall wird jene Maje-stät des Geistes dir cntgcgenlcuchten. Ich weiß wohl, wieauch der Scttan, der, Um durch trüglichc Aehnlichkcit sich de-sto besser in die Seelen der Einfältigen zu schleichen, mit man-chem Dinge Gött nachahmt, die ruchlosen Lügen, womit erdie armen Menschen tauschte, auf listige Weise in ungebildeterund fast roher Sprache verbreitet und sich oftmals veralteterRedensarten bedient hat, um mit dieser Larve seine Betrüge-reien zu verstecken- Aber wie leer und abscheulich solchesStreben, fühlt jeder gesunde Sintt. Wie aber auch frecheMenschen Manches in der h. Schrift zu benagen suchen, sobleibt doch anerkannt, daß sie reich ist an Anssprüchen, wel-che über menschliche Forschung hinausgehen. Man blicke injeden der Propheten, und man wird keinen finden, der dasmenschliche Maaß nicht weit überschreite, so daß die, welchenihre Lehre geschmacklos dünket, für solche zu achten sind, dieganzlich des Geschmacks entbehren.