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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
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ncueien Küche werden von Gott gelehrt werden. Gottwürdigt hier blos die Erwählten eines besondern Vorrechts,die er von dein ganzen Menschengeschlecht unterscheidet. Dennwas anders ist der Anfang der wahren Lehre, als die freu-dige Bereitwilligkeit Gottes Stimme zu hören? Gott aberfordert gehört zu werden durch den Mund Moses, wie ge-schrieben steht: Sprich nicht in deinem Herzen: werwird hinauf in den Himmel, herab in den Ab-grund steigen? siehe das Wort ist in deinemMunde.') Wenn Gott diesen Schatz verborgener Weis-heit seinen Kindern hat eröffnen wollen, so kann esnicht zu verwundern oder befremdlich seyn, wenn indem Menschenpöbel so viel Unwissenheit und Stumpfsinnsich zeigt. Pöbel nenne ich auch alle Edlen von der Welt,so lange sie nicht der Kirche einverleibt sind. Dazu nehmeman, was Iesaias sagt, nämlich daß nicht nur den Auswär-tigen, sondern auch den Juden, welche für Hausgenossen an-gesehen seyn wollten, die prophetische Lehre unglaublich seynwerde, und zugleich die Ursache angicbt, »weil nicht al-len der Arm Gottes offenbar werden wird.« Sooft uns also die geringe Zahl der Glaubenden befremdet, somögen wir bedenken, daß Niemand die Geheimnisse Gottesbegreift, dem es nicht gegeben ist.

Kapitel VIII.

Daß eS, so weit die menschliche Vernunft reicht, hinlänglich sichere Be-weise gebe für die Glaubwürdigkeit der Schrift.

Wenn nicht diese stärkere über alles menschliche Urtheilerhabene Gewißheit, schon da ist, wird man vergebens dasAnsehen der Schrift mit Vernunftgründcn beweisen, oderdurch Einstimmigkeit der Kirche und andere Hülfsmittel best--.

t) s Mos. M, 14.