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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
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tl/eileu, daß die Schrift von Gott sey; sondern, über Men-schennrthcil erhoben, behaupten wir mit vollkommener Gewiß-heit, nicht anders als ob wir Gottes Antlitz darin anschau-ten, daß sie durch Dienst der Menschen aus Gottes Mundezu uns gekommen sey. Nicht Beweise, nicht Wahrschcinlich-kcitsgründe suchen wir, um darauf unser Urtheil zu gründen,sondern wir unterwerfen unser Urtheil und unsern Verstand,der Wahrheit als eine unbezweifelte Thatsache. Freilich nichtauf solche Weise, wie Einige zuweilen das unbekannte anneh-men , was bald nachher, genauer erforscht, ihnen mißfällt,sondern weil wir uns des Besitzes unbestreitbarer Wahrheitdeutlich bewußt sind. Noch auch, so wie elende Menschen demAberglauben pflegen ihre Seele gefangen zu geben, sondernweil wir suhlen, daß eine unbezweifelte göttliche Kraft darinwirke und walte, durch welche wir, wissend und wollend,jedoch lebendiger und kräftiger, als durch menschliches Wollenund Wissen, angezogen und entflammt werden. Daher ruftder Herr mit vollem Rechte durch Jesaias: die Prophetensammt dem Volke seyen seine Zeugen'), weil siedurch Weissagungen belehrt, nicht daran zweifelten, daß Gottoiuie Trug und Zweideutigkeit zu ihnen geredet habe. Es istfolglich eine solche Ueberzeugung, die keine Gründe for-dert; eine solche Erkenntniß/ welche ans dem besten Grun-de beruhet, und bei welchem die Seele sicherer und fester sichgewinnen laßt, als bei irgend welchen Gründen; endlich einsolches Gefühl, das nur aus himmlischer Offenbarung ent-springen kann. Das, wovon ich rede, erfährt jeder Gläubi-ge an sich selbst, nur vermögen Worte es nicht genügend darzu-stellen. Ich übergehe inehreres, weil sich Gelegenheit findenwird, anderswo davon mehr zu reden. Laßt uns für jetztnur erkennen, daß nur der der wahre Glaube sey, welcheitder Geist Gottes in unsern Herzen versiegelt. Jeder beschei-dene und lernbegierige Leser wird mit diesem einzigen Zeugnißsich begnügen. Jesaias verheißt, daß alle Kinder der e»

t) Jes. 43, 10.