All
die Schmähungen der Menschen vertheidigen, so wird er dadurchnicht sogleich den Herzen die Ueberzeugung einpflanzen, wel-che die Gottsccligkcit erfordert. Weil unhciligen Menschen dieReligion nur ans der Meinung zu beruhen scheint, so verlan-gen sie, um nicht den Schein thorigter Leichtgläubigkeit zu ha-ben, Vernunftbeweise dafür, daß Moses und die Prophetenaus Gottes Antriebe geredet haben. Aber ich sage, daßdas Zeugniß des Geistes hoher sey als alle Vernunft. Denn,gleich wie Gott in seinem Werke der einzige würdige Zeugevon sich selbst ist, so wird sein Wort auch nicht, chxr Glau-ben finden in den Herzen der Menschen, als bis es durchdaS innere Zeugniß des Geistes versiegelt worden. DerselbeGeist also, der durch den Mund der Propheten ge-redet hat, muß in unsere Herzen dringen um uns zu über-zeugen, daß sie treulich verkündet haben, was ihnen vonGott aufgetragen worden. Dieser Bund wird von Jcsaiasin folgenden Worten ausgedrückt: „Mein Geist, der in dirist und die Worte die ich in deinen und deines SaamensMund gelegt habe, sollen von dir nicht weichen in Ewig-keit." G ES kümmert manche Fromme, daß keine klare Be-weisführung zur Hand ist; wenn die Gottlosen ungestraft dasWort Gvtics schmähen. Aber deßhalb heißet der Geist Sie-gel und Pfand zur Befestigung des Glaubens der From-men , weil sie stets so lange zwischen mancherlei Zweifelnschwanken, bis er ihre Seelen erleuchtet.—
5. Dabei also verbleibe es: welche der h. Geist innerlichbelehrt hat, diese vertrauen fcsiiglich auf die Schrift, unddiese, als durch sich selbst beglaubigt, darf nicht der Demon-stration und den Erweisgrüuden unterworfen werden ; die Gewiß-heit aber in uns selbst, erhalt sie durch Zeugniß des Geistes.Denn obgleich sie durch ihre eigene Majestät unsere Ehrerbie-tung fordert, so ergreift sie uns erst dann völlig, wenn sie durchden Geist in unsern Herzen versiegelt ist. Also, durch seineHraft erleuchtet, glauben wir nicht unsern oder anderer Ur-
1) Äst hü, 21.