sonst den Redenden Glauben verschaffen kann, noch berufensie sich auf Gründe; sondern sie nennen den heiligen NamenGottes, der alle Welt zum Gehorsam auffordert. Nun müs-sen wir sehen, wie nicht nur mit Wahrscheinlichkeit, sondernmit klarer Wahrheit, ohne Trug und Verwegenheit die Be-rufung ans Gottes Namen geschehe. Wenn wir die Gewissenaufs beste berathen wünschen, also daß sie nicht in unstätenZweifeln hin und her wanken mögen, so müssen wir dieseUeberzeugung anderswo , als in menschlichen. Gründen, Ur-theilen und Muthmaßungen suchen, nämlich in dem geheimenZeugnisse des Geistes. Zwar würde allerdings, wenn manmit Beweisgründen verfahren wollte, vieles angeführt wer-den können, zum leichten Erweise, daß, wenn Gott im Him-mel ist, von ihm das Gesetz, die Weissagungen und dasEvangelium hervorgegangen seyen. Ja, wenn auch die Ge-lehrtesten und Scharfsinnigsten sich dagegen erhöben, und alleihre Geisteskräfte aufböten in diesem Streite; so würden sie,wofern sie nicht bis zum höchsten Eigensinn sich verstockten,ooch Widerwillen gestehen müssen, daß in der Schrift die of-fenbarsten Zeir en sich finden, daß Gott in ihr rede, undfolglich ihre Lehre eine himmlische sey, und bald werden'wirsehen, wie die Bücher der h. Schrift alle andere Schriftenbei weitem übertreffen, Ja, wenn wir reine Augen und off-nen Sinn noch dazu bringen, so wird uns bald Gottes Ma-jestät begegnen, und jeden verwegenen Widerspruch besiegenduns zum Gehorsam zwingen. Verkehrt jedoch handeln die,welche auf dem Wege des Streites der Schrift ihre Glaub-würdigkeit zu sichern stellen. Wenn ich für mein Theil, ob-wohl ich keine ausgezeichnete Gewandtheit noch Beredsamkeitbesitze, mit den verschlagensten Gottcsvcrächtern zu streitenhätte, die alle ihren Fleiß und Witz aufböten, das Ansehender Schrift wankend zu machen, so würde es mir, daß binich gewiß, nicht schwer fallen, ihr widerspenstiges Geschreizum Schweigen zu bringen, um, wenn die es der Mühe lohnte,die Winkelzüge ihrer Spöttereien, und ihr verstelltes prahlerischesGeschwätz zu vernichten. Aber mag jemand dasWorn Gottes gegen
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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
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43
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