böten, das Ungewisse zu glauben, und denjenigen folgen,die uns einladen, erst zu glauben, was wir noch nicht einse-hen können, damit wir, durch den Glauben gestärkt, würdigwerden zu erkennen, was wir glauben; indem nicht Menschen,fondern Gott selbst unsere Seele stärkt und erleuchtet." Dassind Äugustins Worte, woraus jeder schließen kann, der bei-lige Mann habe nicht die Absicht gehabt, den Glauben auder Schrift von dem Willen und der Macht der Kirche ab-hängig zu machen, sondern blos anzuzeigen, was auch wirfür wahr erkennen, daß diejenigen, welche noch nicht vondem Geiste Gottes erleuchtet sind, durch Verehrung der Kir-che willig gemacht worden, den Glauben an Christum ausdem Evangelio zu erlernen; und auf solche Weise sey dasAnsehen der Kirche die Vorbereitung zum Glauben an dasEvangelium. Ich leugne übrigens nicht, daß er oftmals denManichaern mit der Uebereinstimmung der ganzen Kirche zu-setzte, indem er sie dadurch zum Ancrkcnntniß der Schrift,welche sie verwerfen, zu bringen sucht. Daher macht er demFaustus den Vorwurf: daß er der Evangelischen Wahrheitsich nicht unterwerfen wolle, welche doch so fest begründet,mit solchem Ruhme gekrönt und von den Apostelzciten vonGeschlecht zu Geschlecht fortgepflanzt sey. Aber nir-gends lehrt er, daß das Ansehen der Kirche von menschli-cher Bestimmung abhänge; nur da, wo es als Grund galt,die Gegner zu besiegen, führt er das allgemeine Urtheil derKirche an, und will, daß dieser Glaube ein Zugang zur Er-kenntniß und, wie er es selbst nennt, ein bequemer Anfangzur Forschung werde; nicht aber müsse man es bei der An-nahme bewenden lassen/sondern auf sichere und feste Wahr-heit sich stützen.
st. Es bleibt bei dem was ich früherhin sagte, die Glaub-würdigkeit der Lehre -kann nicht eher festbcgründet werden,als bis wir die angezweifelte Ueberzeugung haben, Gott seyihr Urheber. So wird der Hanptbcwcis für die Schrift vonder Person des redenden Gottes hergenommen. Die Prophe-ten und Apostel rühmen sich nicht ihres Verstandes, oder was