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nehmen? so ist das eben so viel, als wenn jemand fragenwollte, woher sollen wie Licht von Finsterniß, weiß von'Awaiz, süß von bitter nntcrschciden lernen? denn die Scbriftträgt nicht mindern Erweis n»d Empsindnng ihrer Wahrheitvon selbst in sich, als weiße und schwarze Dinge von ihrerFarbe, süße und bittere von ihrem Geschmack. —-
3. Ich weiß wohl, daß man einen Aussprnch Augnstinsanzufahren pflegt, wo er sagte: er würde nicht an dasEvan elinm glauben, wenn nicht das Ansehen der Kirche ihndazu bewöge. Aber wie falsch und trügerisch man ihm die enSinn unterlegt, erhellet aus dem Zusammenhange. Er battemit b en Manicbäern zu thun , welche ohne Widerspruch Glau-ben für sich verlangten und sich der Wahrheit rühmten, ohnesie zu erweisen. Weil sie aber, um ihrem Manichäus dieGlaubwürdigkeit zu sichern, sich auf das Evangelium berie-fen, so fragt er sie, was sie thun würden, wenn sie auf einenMenschen stießen, der noch dem Evangelium nicht glaubte,und auf welche Weise sie ihn von ibrer Behauptung überzeu-gen würden. Darnach fährt er fort: Ich werde dem Evan?gclio nicbt glauben u. s. w. wodurch er andeutet, 'daß er da-mals, als er noch ein Ungläubiger war, auf keine andereD eise würde zum Glauben an das Evangelium und dessen ge-wisse göttliche Wahrheit haben gelangen können, als durchdas Aniehcn der Kirche. Und ist es zu verwundern, wennjemand, bevor er Ehrisium erkannt, auf Menschen achtet?Augnstiuns lehrt also nicht, daß der Glaube dcx Frommenauf das Ansehen der Kirche gegründet sey, und will nicht,daß die Wahrheit des Evangeliums davon abhänge, so»--'dern er behauptet blos, daß hie Ungläubigen nicht zumGlauben an das Evangelium gelangen und dadurch Ehristygewonnen werden würden, wenn sie nicht durch das Ansehender Kirche dazu bewogen würden. Dieß bestätigt er kurz da-rauf aufs deutlichste wenn er sagt: „Wenn jch, was ich glau-be , gelobt, und was du glaubst, verworfen habe, was meinstdu, müßten wir denn anders thun, als diejenigen verlassen,die uns einladen, Gewisses zu erkennen, und nachher nns ge-