Unter dem Deckmantel der Kirche eine zügellose Tyrannei ein-,zu lübren. Einfaltigen den Grundsatz aufdringen:' die Kir-che vermöge Alles. Aber wenn dem also ist, wie wird esdann dem armen Gewissen derer geben, die eine feste Gewiß-heit eines ewigen Lebens füll en, wenn alle, diese Hoffnungbetreffenden Verheißungen, auf bloßes Menschennrtkeil sich grün-den? Werden sie nach solchem Bescheide auskören zu zagenUnd zu zweifeln? Wie wird ferner unser Glaube den Spöt-tereien der Gottlo'xn Preis gegeben und bei allen verdächtiggemacht, sobald mau annimmt er habe nur eine prekäre vonMenschen abhängige Gewähr.
2. Aber dergleichen Tollheiten werden durch ein einzigesWort des Apostels trcfiich zurückgewiesen. Er behauptet: dieKirche bcruke ans dem Grunde der Propheten undApostel.') Wenn die Lehre der Propheten und Apostel dieGrundlage der Kirche ist: so muß die Gewißkeit jener zuvorbestehen, ehe diese angefangen hat, zu entstehen. Nichtig istauch ihr Einwurf: daß es, wenn auch die Kirche daraus iij-reu Ursprung empfange, doch zweifelhaft bleibe, was den Pro-pheten und Aposteln zuzuschreiben sey, wenn nicht das Urtheil dercrstern darüber entscheide. Denn wenn die christliche Kirche an-fangs durch die Schriften der Propheten und dicPredigt der Apo-stel gegründet wurde, so gieng die Annahme dieser Lehre, wo siesich findet, sicherlich der Kirche vorher, und ohne solche wäre nieeine Kirche entstanden. Es ist also eine eitle Mcnschensatzung,daß der Kirche das Recht zustehe, die Schrift zu richten, sodaß von Anerkennung der crstern die Gewißheit der letztcrnabhänge. Wenn daher die Kirche sie annimmt und anerken-net, so macht sie dieselbe nicht, alö wäre sie bezweifelt undstrittig, authentisch, sondern, weil sie solche als Wahr-heit ibres Gottes erkennt, verehrt sie dieselbe mit pflichtmä-qräßigcr und unbedenklicher Frömmigkeit. Wenn sie aber fra-gen: woher sollen wir wissen, daß sie von Gott gekommensei, ohne zu den Beschlüssen der Kirche unsere Zuflucht zu
O E?h. 2, 20.