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3. Denn wenn wir die Geneigtheit des Menschen zurGottesvergesscnhcit, seinen Hang zn Irrthümern aller Art,seine Lust neue Religionen zn ersinnen, bedenken, so wirdman leicht einsehen, wie nothwendig eine schriftlicheAufbewahrung der himmlischen Lehre war, damit sie nichtdurch Vergessenheit, Irrthum oder Mnchwikken der Menschenentstellt, verderbt und zerstört werde. Da also offenbar ist,daß Gott sich seincö Wortes bedient hat bei denen, die ermit Erfolg hat belehren wollen, weil er sah, daß sein, demschönen Wcltgebande eingeprägtes Abbild nicht wirksam genugseyn würde; so müssen wir diesen geraden Weg einschlagen,wenn wir nach einer reinen Betrachtung Gottes ernstlich vcr-langen. Zn dem Worte, sage ich, müssen wir zurückekhren,in welchem uns Gott frei und lebendig aus seinen Werkendargestellt wird, wenn die Werke selbst, nicht nach unserm ver-derbten Urtheil, sondern nach der Regel der ewigen Wahrheitgeschätzt werden. Wenn wir davon abweichen, werden wirtrotz nichers Strcbens, als auf Unwegen laufend, nie zumZiel gelangen. Wir müssen denken, daß der Glanz seinesAngesichtes, welches auch der Apostel unzugänglich nennG),für uns ein unwegsames Labyrinth sey, wenn wir nicht durchdes Wortes Leitung zu ihm geführt werden, also daß es bes-ser ist, auf diesem Wege zn hinken, als außer demselben aufsschUellcstc laufen. Deshalb führt David, wenn er lehrt,daß die falschen Lehren verschwinde» müßten um der wahrenReligion Platz zn machen, oftmals Gott als den herr-schenden ein, womit er nicht seine in der Beherrschungder Natur sich äußernde Allmacht versteht, sondern dieLehre, in welcher er sich die alleinige Herrschastvorbehält; weil der Irrthum nie aus dem Herzen der Men-schen ausgerottet werden könne, so lange nicht wahre Gottes-erkenntniß darein gepflanzt ist.
4. Wenn derselbe Prophet') erwähnt hat, wie der Him-mel die Ehre Gottes verkünde, die Feste seiner Hände Werke
t) Tlumoth. 5, 56. 2) Ps. 5g.