bart, und was wir von ihm denken sollen, gelehrt werdedamit wir nicht auf Irrwegen ein ungewisses göttliches We-sen suchen.
2. Mag übrigens Gott sich den Vätern in Wort und Gc- ,sichten offenbart, oder durch menschliche Wirksamkeit undDienst ibncn mitgetheilt haben, was sie den Nachkommen über-lieferten; soviel ist gewiß, jene erkannten und waren fest über-zeugt, daß ihre Belehrung und Einsicht ihnen von Gott ge-geben war. Denn Gott hat immer sein Werk auf eine un-zweifelhafte, über menschliches Denken erhobene Weise beglau-bigt. Damit ferner seine Offenbarung und die wahre Lehreden kommenden Geschlechtern verbliebe, so hat er die den Vä-tern ertheilte Offenbarung gleichsam in öffentlichen Tafeln auszeichnen lassen. Dazu ward das Gesetz bekannt gemacht, unlspäterhin ihm die Propheten zu Auslegern bcigegebcn. Wennalso auch der Mensch allerdings seine Augen erheben soll zurBetrachtung der Werke Gottes, eingedenk daß er darum amdiesen herrlichen Schauplatz gesetzt ist, damit er schaue; so ge-ziemt ihm auch vor allen, scine Ohren auf das Wort Gotteszu richten, um zu höherer Erkenntniß zu gelangen. Darumist nicht zu verwundern, daß diejenigen, welche in der Fin-sterniß geboren sind, je mehr und mehr in ihrer. Unwissenheit verhärten, weil die wenigsten, um in ihrenSchranken zu bleiben, sich dem Worte Gottes gelehrig erwei-sen, sondern vielmehr auf ihren Wahn trotzen. Soll aberdie wahre Religion uns anstrahlen, so müssen wir erkennen,daß der Ansang mit der himmlischen Belehrung gemacht wer-den muß, und Niemand auch nur einen Vorschmack einer ge-sunden und reinen Lehre haben könne, ohne ein Schüler derSchrift zu seyn. Daraus ergibt sich als Grund wahrer Er-kenntniß: wenn wir ehrerbietig annehmen, was Gott daselbstvon sich bezeugt hat. Denn nicht bloß ein achter und voll-kommener Glaube, sondern auch alle wahre ErkenntnißGottes entspringt aus dem Gehorsam. Und, fürwahr, indieser Hinsicht hat Gott mit besonderer Sorgfalt sich der Men-schen für alle Zeitalter angenommen.