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die h. Schrift, um dem einigen wahren Gott Raum zu ma-chen, alles was von den Heiden als Gott geachtet worden,der Falschheit nnd Lüge, und gestatte: kein anderes göttlichesWesen, als ans dem Berge Sion, wo eine eigenthümlicheErkenntniß Gottes wohnte. Unstreitig scheinen zu Christi Zeitunter den heidnischen Völkern die Samariter der wahren Er-kenntniß am nächsten gewesen zu seyn, und doch hören wiraus dem Munde Christi, sie hätten nicht gewußt,was sie anbeteten i)- woraus folgt, daß sie von eitclmIrrthum getäuscht worden. Wenn nun die Trcfiichstcn in derFinsterniß irrten, was soll man von dem Auswurf sagen?Daher ist nicht zu verwundern, wenn der h. Gelst alle inmenschlicher Willkühr ersonnenen Gottesverehrnngen als ent-artet verwirft, weil die menschliche Meinung in den himmli-schen Gcheimnißen, wenn sie auch nicht immer eine Mengevon Irrthümern gebiert, doch des Irrthums Mutter ist. Undwenn auch nichts schlimmeres hinzukommt, so ist schon daskein geringer Fehler, auf gut Glück einen unbekannten Gottanbeten: dessen alle diejenigen nach Christi Anssprnch sichschuldig macheu, die nicht von dem Gesetze belehrt sind, wel-chen Gott man anbeten muß. Selbst die besten Gesetgcberwollten nichts weiter, als eine ans öffentliche Zustimmung ge-gründete Religion. Beim Xenophon lobi Sokratcs sogar denAusspruch des Apollo, worin er gebietet, daß ein jeder nachväterlicher Weise und nach der Sitte seiner Stadtdie Götter verehren solle. Von wannen aber den Sterbli-chen das Recht, nach eigenem zu Bedüuken bestimmen, was weitüber die Welt hinausgeht? Oder wer mag bei den Satzungen derVorsahren oder den BeMüssen des Volkes sich beruhigen,um ohne Bedenken einen menschlicher Weise Überlieserlen Gottanzunehmen? Lieber wird ein jeder nach eigenem Urtheil ver-fahren / als sich fremder Willkühr unterwerfen. Da es al oein gar zu schwaches nnd brechliches Band der Religion ist,in Verehrung Gottes der Sitte der Stadt oder der Bestim-
1) Joh. 4, 2?.