Ä0
ber zu erheben. Aber sie urtheilen sehr uuweise, oder vicsimchr sie suchen ibrc Gottlosigkeit unter dem Verwände mensch-sicher Beschränktheit zu verstecken, wodurch Gott doch nichtsentzogen werden darf. Hingegen, wenn sie alle gestehen, daßes nichts gebe, worüber aller Gelehrte und Ungclchrtc so ver-schiedener Meinung sind, so folgt daraus, daß die Seelen derMenschen, welche in Erforschung Gottes so sehr irren, mehrals stumpfsinnig und blind seyn müssen in den himmlischen Ge-heimnissen. Andere loben den Simonides, welcher, da ervon dem Tyrannen Hicro befragt wurde, was Gott sey, sicheinen Tag Bedenkzeit auöbat. Da der Tyrann ihn des fol-genden Tages befragte, bat er um zwei Tage, und so mehr-mals, wobei er jedesmal die Zahl der Tage verdoppelte.Endlich antwortete er: Je länger ich darüber nachdenke,desto dunkler scheint es mir. Klüglich mag er seinen Ans-sprueh ül>er eine ihm dunkle Sache verschoben haben; doch er-hellet daraus, daß die Menschen in ihrer natürlichen Erkennt-niß nichts gewisses, nichts festes, nichts bestimmtes haben,sondern verworrenen Begriffen hingegeben, einen unbekanntenGott anbeten.
13. Auch ist noch zu bemerken, daß diejenigen, welche diereine Religion verfälschen, wie nothwendig allen begegnet,die eigener Meinung vertrauen, von dem einigen Gott sichtrennen. Sie werden zwar sich eines andern rühmen; aberes liegt nicht viel daran, was sie vorgeben und sich beredenmögen; da der h. Geist alle für Abtrünnige erklärt, welchemit verfinstertem Geiste Götzen an Gottes Stelle sehen. Sosagt Paulus, die Epheser seyen ohne Gott gewesen, bissie ans dem Evangclio gelernt hatten, was es heiße, denwahren Gott verehren. Und dieses ist nicht blos auf ein Volkzu beschränken, da er anderswo im Allgemeinen behauptet,alle Menschen seyen vereitelt worden in ihrenGedankens nachdem ihnen in der Schöpfung der WettGottes Herrlichkeit offenbaret worden. Deßhalb beschuldig!
1) Rom. i, 2t.