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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
Entstehung
Seite
22
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Alles zurück, und nirgends sey Tod, es schwinge sich

lebend

Unter die Zahl des Gestirns, und leucht am erhabenen

Himmel. >

Siehe nun, wie. diese dürre Grille von einer Triebfeder,welche das All belebt und beseelt, in den Herzen der Men-scheu Frömmigkeit zeugen und nähren könne! Dieses erhelltam besten aus des unreinen Hundes Lucretius frevelnden,aus jenem Grundsatz abgeleiteten, Airssprüchen. Es istnämlicb nichts anders, als sich einen Schattengötzen bilden,auf daß der wahre Gott, den wir fürchten und verehren sol-len, verschwinde. Ich gebe zwar zu, daß man, sofernaus frommem Gemüthe geschieht, auch wohl sagen könne, dieNatur sey Gott; aber weil es eine harte und nneigcntlicheRedeweise, und die Natur nur eine von Gott bestimmte Ord-nung ist, so schadet es, in Sachen von solcher Wichtigkeit,denen eine besondere Ehrfurcht gebührt, Gott auf eine ver-worrene Weise mit dem niederen Gange seiner Werke zu ver-mi chcn.

6. Laßt uns also, so oft wir unsere Natur beobachten,bedenken, daß ein einiger Gott sey, der alle Naturen so be-herrschet, weil er will, daß wir auf ihn schauen, unser Ver-trauen auf ihn setzen, und ihn verehren und anrufen sollen,da nichts verkehrter seyn kann, als mit solchen vortreflichenGaben ausgerüstet zu seyn und den Urheber derselben, der sieuns umsonst darreicht, verkennen. Wie reißt uns seine All-macht durch die ausgezeichneten Beweise zur Bewunderunghin! Oder kann es uns verborgen bleiben, wessen Kraft essey, welche den unermeßlichen Bau des Himmels und der Er-de durch ihr Wort erhält, der mit einem Wink bald durchrollenden Donner den Himmel erschüttert, und mit sengendenBlitzen die Luft erfüllt; bald die Wetter durch einander tobenheißt, und plötzlich Alles wieder aufheitert; der das Meer,welches durch sein Wasser die Erde mit steter Verwüstung zubedrohen scheint, als ob es in Fesseln läge, bändigt, und