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wollen die Heuchler auf Schleichwegen erreichen, daß sie Gott,den sie fliehen, nahe scheinen. Denn, anstatt daß in demganzen Leben eine stets gleiche Haltung des Gehorsams zuGott sich erweisen sollte, wollen sie, im steten Aufruhr gegenihn, durch einzelne Opfer ihn versühuen, und wo sie ihmdurch ein heiliges Leben und mit reinem Herzen dienen soll-ten, wollen sie durch eitele Possen und nichtswürdige Uebungensich seine Gunst erwerben. Ja sie versenken sich um so keckerin ihren Schlamm, weil sie sich einbilden, durch ihre abge-schmackte Büßungen alles wieder gut machen zu können, undsetzen ihr Vertrauen allein auf sich selbst und andre (Kreatu-ren. So versinken sie endlich in einen solchen Hansen vonIrrthümern, daß zuletzt jeder Funke zur Erkenntniß der Herr-lichkeit Gottes von ihrer Finsterniß und Bosheit erstickt wird.Dennoch bleibet jenes Samenkorn des Glaubens am Daseyneines Gottes, welches nie ganz von der Wurzel losgerissen wer-den kann; aber so verderbt, daß es nur die schlechtesten Früchteerzeugen kann. Und so erweiset sich die Wahrheit: daß einGott-.citsgefühl von Natur dem Herzen des Menschen einge-pflanzt ist, welches die Noth auch bei den Gottlosen an dasLicht bringt. Im ungestörten Glück spotten sie Gottes undseiner Allmacht mit geschwätzigem Hohn; aber die Noth drängtsie ihn zu suchen, und Gebete an ihn zu richten, damit offen-bar werde, daß sie nicht gänzlich ohne Erkenntniß Gottes ge-wesen, solche aber, da sie früher sich erheben sollte, in sichselbst muthwillig unterdrückt haben.
Kapitel V.
Erkenntniß Gottes aus der Schöpfung und Regierung der Wett.
Weil der höchste Zweck eines seeligen Lebens auf der Er-kenntniß Gottes beruhet, so hat Gott, damit keinem der Zu-gang zum Heil verschlossen bliebe, nicht blos, wie gesagt,den Keim der Religion in jedes Menschenherz gelegt, sondern