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nachdem Zeugniß Pauli, Gott sich selbst nicht ver«läugnen kannch, weil er sich immer gleich bleibt; so ver-läugnen jene in der That Gott, indem sie ein todtes und lee-res Idol sich erdichten. Jedoch, wie sehr sie mit ihrem eige-nen Gefühl kämpfen, und Gott nicht nur daraus, sondernauch dem Himmel zu verbannen wünschen, so vermag dochihr Trotz nicht zu hindern, daß Gott sie nicht zuweilen vorseinen Richtcrstuhl ziehe. Aber, weil sie von keiner Fnrchtsich zurückhalten lassen, gegen Gott zu wüthen; so ist gewiß,daß, so lange dieser blinde Trotz sie fortreißt, eine thierischeGottesvcrgessenhcit in ihnen herrsche.
3. So verschwindet jene eitle Beschönigung des Wahn-glaubens, womit viele behaupten, jede Art von Religion,welcherlei und wie verkehrt sie auch sey, genüge. Aber sielassen außer Acht, daß die wahre Religion dem geoffenbartenWesen Gottes, als der ewigen Richtschnur, angemessen seynmüsse, Gott selbst aber sich stets gleich bleibe, und nicht einGespenst und Gebilde sey, welches jeder nach eigener Lust sichgestalten möge. Und wahrlich, es fallt in die Augen, mitwelchen lügenhaften Täuschungen der Wahnglaube Gottesspottet, indem er sich zu genügen strebt. Denn er erfas-set das, wovon Gott bezeugt hat, daß es ihm nicht an-genehm sey, verachtet dagegen, was er, als ihm wohl-gefällig, gebeut. Also ihre eigenen Träumereien verehrenund beten diejenigen an, welche Gott nach eigenem Dünkelverehren. Denn sie würden keineswegs also mit Gott zuschwatzen wagen, wenn sie nicht vorher sich einen solchen Gottfür ihre Narrheit gebildet hätten. Daher nennt der Aposteleine solche irrige und unstatthafte Vorstellung von Gott Un-kenntlich Gottes. Da ihr, sagt er, Gott nicht erken-net, dientet ihr denen, die von Natur nicht Göt-ter sind. Eben so sagt er, die Epheser-) seyen ohne Gottgewesen damals, als sie noch die rechte Erkenntniß einesGottes nicht erlangt hatten. Und in dieser Hinsicht ist kein
1) 2. Äim. 2, 43. 2) Ephes. ?, 42.