42
ken.^) Zuvor hatte er gesagt, sie seyen in ihrem Tickten ei-tel geworden; aber daß keiner sie für sckuldlos achte, setzt erhinzu, sie würden mit Recht verfinstert, weil sie durch ver-wegene Anmaßung die Finsterniß freiwillig herbeirufen undmit schnödem Uebermuthe sich selbst bethörcn. Folglich ist ihreThorheit kcincsweges zu entschuldigen, indem sie nicht blosaus eitler Ntugierdc, sondern auch ans der Sucht mehr zuwissen, als dem Menschen verstattet ist, und falschem Selbst-vertrauen entspringt.
2. Wenn aber David sagt, daß die Thoren und Gottlo-sen in ihrem Herzen sprechen, es sey kein Gott, so beschranktsich dieses zuerst auf diejenigen, welche das Licht der Naturin sich ersticken und sich selbst mit Fleiß betäuben, wie wirspäterhin sehen werden. So sehen wir Viele, durch Gewohn-heit und Frevel in Sünden verhärtet, jeden Gedanken anGott, den ihr natürliches Gefühl ihnen aufdringt, wüthend vonsich zurückstoßen. Um ihre Tollheit noch verächtlicher zu ma-chen , stellt er sie dar als Gott läugnend, obwohl sie ihm dasDaseyn nicht absprechen, sondern in sofern sie, der Vorsichtund des Gerichts ihn beraubend, ihn unthätig in den Him-mel einschließen. Denn da nichts ungereimter ist, als daß erdie Regierung der Welt dem Zufall überlassen, und den La-stern der Menschen ungestraft nachsehen sollte; so leugnet je-der, der unbekümmert um das himmlische Gericht, seinen Lü-ften lebt, daß ein Gott sey. Und so ist es eine gerechte StrafeGottes, wenn er ihre Herzen verstocket, daß die Gottlosennachdem sie ihre Augen verschlossen haben, mit sehenden Au-gen nicht sehen. So ist David der beste Ausleger seinesAusspruchs, wenn er sagt: die Furcht Gottes sey nichtvor den Augen der Gottlosen-); desgleichen sie froh-lockten in ihren Freveln, weil sie sich überreden, Gott sehesie nimmermehr ^). Obgleich sie also sich gezwungen füh-len, einen Gott anzuerkennen, so vernichten sie doch seineEhre, indem sie ihn der Macht berauben. Denn so wie,
t > Mm. j, 22. 2) Pf. Z6,, 2. 3) Ps. 40, 44.