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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
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Zwiespalt leben müssen. Die Verehrung Gottes sey alsvdas einzige, was sie erhebe und zur Unsterblichkeit führe.

Kapitel IV.

Wie diese Erkenntniß theils durch Unwissenheit, theils durch Bosheitentweder erstickt oder verderbt werde.

Obwohl nun, wie die Erfahrung zeuget, das Samen-korn der Religion durch Gottes Veranstaltung in aller Her-zen gelegt ist, so giebt es doch sehr wenige, die desselbenpflegen, keinen, in dem es zur Reife gelange, geschweige,daß es die Frucht bringe z» feiner Zeit. Wahrend einige inihrem Aberglauben vereiteln, andere boshafter Weise vonGott abfallen, ermangeln Alle der wahren Gotteserkenntniß,und somit verschwindet der Welt die wahre Gottseligkeit.Wenn ich aber sage, daß einige durch Irrthümer in Aberglau-ben verfallen, so will ich sie damit nicht für schuldlos erklä-ren ; denn die Blindheit, woran sie erkranken, ist mit stolzerEigenliebe und Trotz verbunden. Diese mit Stolz vermischteEigenliebe erweiset sich darin, daß die elenden Menschen, in-dem sie Gott suchen, nicht, wie sie sollten, sich über sich selbsterheben, sondern mit ihrem fleischlichen Stumpfsinn ihn erfas-sen wollen und mit Vernachlässigung einer ernsten Forschungtn eitlen Grübeleien sich verirren. So ergreifen sie ihn nicht,wie er sich ihnen darbeut, sondern machen sich ein Bild vonihm nach eigenem Dünkel. Ist dieser Schlund einmal geöff-net, so müssen sie nothwendig, wohin sie sich auch wenden,immer tiefer ins Verderben stürzen. Denn was sie auch zuDienst und Verehrung Gottes übernehmen, so können sie esdoch nicht als ihm gewcihet betrachten, weil sie nicht ihn selbst,sondern ihres Herzens Gedicht und Träume statt seiner ver-ehren. Diese Verkehrtheit bezeichnet Paulus durch den Ans-spruch, daß sie zu Narren geworden, ha sie sich weise düns