der Prophet Iesajas: Der Mond wird sich schämen und dieSonne mit Schanden bestehen/ wenn der Herr der Hcerschaarcnherrschen wird; das heißt, wenn er seine Herrlichkeit zeigenund offenbaren wird, so wird auch das Allerhellcste in Fin-sterniß verschwinden. Wie sehr jedoch die Erkenntniß Gottesund unser selbst unter einander verbunden sind, so sodcrt dochdie Lehrorbnung von jener zuerst, und darnach von dieserzu handeln.
Kapitel II.
Ueber das Wesen und den Zweck der Erkenntniß Gottes.
Ich meine hier aber die Erkenntniß Gottes, durch welchewir nicht nur begreifen, daß ein Gott sey, sondern auch soviel von ihm wissen, als uns angehet, als nützlich zu seinemRuhme und uns dienlich ist. Denn eigentlich können wir dochda von keiner Erkenntniß sprechen, wo keine Religion undFrömmigkeit ist. — Und hier lasse ich mich noch nicht auf dieArt von Kenntniß Gottes ein, wonach die Menschen, die anund für sich selbst verloren und verflucht seyn würden, Gottals Erlöser in dem Mittler Christus ergreifen; sondern hierrede ich nur von jener ersten und einfachen Kenntniß Gottes,zu welcher uns in ihrer ursprünglichen Ordnung die Naturselbst hinführen wurde, wenn Adam unbefleckt geblieben wäre.Denn obgleich bei dieser Verderbniß des menschlichen Geschlech-tes Niemand Gott weder als Vater, noch als Urheber seinesHeiles, noch überhaupt als ihm gnadig erkennen wird, bisChristus dazwischen tritt, um ihn uns zu versöhnen; so istes doch etwas anders, einzusehen, daß Gott, unser Schöpfer,mit seiner Macht uns traget, mit seiner Vorsehung uns re-gieret, mit seiner Güte uns pflegt, mit seiner Segnungenganzer Fülle uns begleitet, und etwas anderes ist es, dieGnade der Versöhnung umfassen, die uns in Christo darge-boten ist. Weil demnach der Herr erstlich blos als Schöpfer,