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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
Entstehung
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keit, Geduld, Bescheidenheit und jeder Tugend dienen konnte.Daß wir mit aufrichtigen Herzen Gott fürchten und ehren,liegt wahrlich am Tage; denn wir streben sowohl durch un-ser Leben als unsern Tod seinen Namen zu heiligen undselbst der Neid fühlt sich gezwungen, Vielen von unö dasZeugniß der Unschuld und eines untadelhaftcn bürgerlichenLebens zu geben, an welchen man das mit dem Tode be-strafte, was man als höchst lobenswürdig sollte erkannthaben. Sollten Einige unter dem Vorwande des Evange-liums Aufruhr erregen (wovon aber bisher noch in DeinemReiche nichts kund geworden), oder ihrer Lästerliche dieFreiheit der Gnade Gottes vorschützen (von welcher Art ichmanche kenne); so giebt es Gesetze und gesetzliche Strafen,womit sie nach Verdienst ernstlich gezügclt werden mögen;nur müße das Evangelium Gottes nicht um des Frevels la-sterhafter Menschen willen verlästert werden. Hier hast Dunun, o König, die giftige Ungerechtigkeit unserer Verläum-der umständlich genug dargelegt, um nicht ihren Angcbungenein zu leichtgläubiges Ohr zuzuneigen; ich fürchte nur, zuumständlich, da diese Vorrede beinahe dem Maaße einervollständigen Apologie nahe kommt, worin ich nicht die Ver-theidigung selbst aufstellen, soudcrn nur Dein Herz erwei-chen wollte, unserer Sache Gehör zu geben. Zwar jetztnoch ist dieses Herz uns entfremdet und' abgewendet, ja,ich setze hinzu, gegen uns entzündet; aber wir hoffen seineHuld wieder erlangen zu können, wenn Du diese unsereBekenntnißschrift, welche wir als Vertheidigung DeinerMajestät überreichen, mit Ruhe und Bedacht wirst ein-mal gelesen haben. Wenn aber die Einflüsterungen derUebclgesinnten sich Deiner Ohren also bemächtigt haben,daß die Beschuldigten kein Gehör mehr finden, sich zu ver-theidigen, und wenn dann jene grimmigen Furien, unterDeiner Zulassung, fortwährend mit Fesseln, Geißeln, Fol-tern, Enthauptungen, Verbrennungen gegen uns wüthen;so werden wir zwar, wie die Schaafe, die zur Schlacht-bank bestimmt sind, in Noth und Elend gerathen, jedoch so,daß wir in Geduld unsere Seelen fassen und die starke Handdes Herrn erwarten, welche sicherlich zu seiner Zeit erschei-nen und gewaffnet sich zeigen wird, sowohl um die Armenaus dem Elende zu retten, als auch an den VerruchtenRache zu nehmen, die jetzt mit so großer Sicherheit sichbrüsten. Der Herr, der König der Könige befestige Dei-nen Thron durch Gerechtigkeit und Deinen Stuhl durchWahrheit, durchlauchtigster König.

Basel am 1. August. Im Jahre des Herrn löflö.