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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
Entstehung
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mit der Kirche haben. Gelebt hat fürwahr die Kirche deSHerrn und sie wird leben, so lange Christus zur Rechtendes Vaters thronen wird; seine Hand wird sie halten, seineObhut sie schirmen und seine Kraft sie unversehrt bewahren.Er wird vollbringen, was er übernommen hat und ihr naheseyn bis an das Ende der Welt. Gegen sie streiten wirnicht; denn den Einen Gott und Christum den Herrn ver-ehren und beten wir einmüthig au mit dem Volke seinerGläubigen, wie er immer von allen Frommen angebetetworden ist. Aber jene entfernen sich sehr weit von derWahrheit, wenn sie keine andere Kirche anerkennen wollen,als welche sie vor ihren Augen sehen, und sie mit Schran-ken zu umgeben suchen, in welche sie kcineswcgcs beschlos-sen ist. Hier liegt der wahre Streitpunkt; vorerst daß sieeine immer sichtbare in die Augen fallende Form der Kirchefordern; darnach, daß sie diese Form selbst an den Sitz derrömischen Kirche und ihren Priesterstand knüpfen. Wir da-gegen behaupten, daß die Kirche bestehen könne ohne sicht-bare Form, und daß diese Form nicht in dem äußern Glänze,den sie thörigt bewundern, sondern in ganz andern Merk-malen enthalten sey, nämlich in reiner Verkündigung desgöttlichen Wortes und gesetzmäßiger Verwaltung der Sakra-mente. Sie sind unwillig, wenn ihnen die Kirche nicht im-mer mit dem Finger gezeigt werden kann. Aber wie oftward sie bei dem lüdischen Volke so entstellt, daß kaum einSchein derselben übrig blieb? Wo war damals ihre glän-zende Gestalt, als Elias klagte, daß er allein übrig sey?Wie lange mußte sie nach der Erscheinung Christi sich ohneGestalt verbergen? Wie oft wurde sib seitdem von Krie-gen, Aufruhren und Ketzereien unterdrückt, so daß sie nir-gend hervorleuchtete? Hätten sie damals gelebt, würdensie auch nur an das Daseyn einer Kirche geglaubt haben?.Aber Elias vernahm, daß siebentausend übrig geblieben wa-ren, die ihre Knie nicht vor Vaal gebeugt hatten.') Undso dürfen auch wir kcineswcgcs zweifeln, daß Christus, seiter auffuhr gen Himmel, immer auf Erden geherrscht habe.Hätten aber damals die Frommen irgend eine sichtbare Formmit Augen gesucht, hätten sie dann nicht verzagen müssen?Und fürwahr schon Hilarius hielt es zu seiner Zeit für einZeichen tiefer Verderbnis?, daß sie durch thörigtes Anstaunender bischöflichen Würde verblendet, die verderbliche Schlange,die unter dieser Larve verborgen lag, nicht bemerkten. Dennalso redet er^):Vor allem warne ich euch, hütet euch vordem Antichrist; denn die Lust an den Wänden hat euch bös-lich verblendet; böslich verehrt ihr die Kirche Gottes in

l) t Kön, t9, t4. 2) <2tr» ^uxknttum.