ligen Worte regiert wird. Denn der himmlische Ausspruchkaun nicht trugen, daß das Volk wüste werde, wo die Weis-sagung aufhört.^) Von solchem Bestreben darf Verachtungunserer Niedrigkeit Dich nicht abhalten. Wir wissen wohl,wie kleine, arme und verachtete Menschlein wir sind; näm-lich vor Gott elende Sünder, vor den Augen der Menschenverlästert; Auswurf und Kehrigt der Welt, wenn Du willstoder noch schlechteres kennst; also daß wir vor Gott unsnicht rühmen können, als einzig und allein seiner Barmher-zigkeit, wodurch wir zur Hoffnung des ewigen Heils ohneunser Verdienst angenommen sind; bei den Menschen abernicht viel mehr als unserer Schwachheit, welche auch nurmit einer Miene zu bekennen, jene für die höchste Schandeachten. Aber unsere Lehre muß erhaben stehen über allenGlanz der Welt, unbesiegbar über alle Gewalt. Denn nichtdie unsere ist es, sondern des lebendigen Gottes und desChristus, den der Vater zum König gesetzt hat, daß er herr-sche von einem Meere zum andern, und von den Strömenbis zu den Gränzen der Erde. Und welcher also herrschet,daß, er die ganze Erde, mit ihrer eisernen und ehernenStärke, mit ihrem silbernen und goldenem Glänze, sobalder sie mit dem Stäbe seines Mundes berührt, wie Töpfer-gefäße zermalmet; wie die Propheten von der Herrlichkeitseines Reiches weissagen.")
Zwar unsere Gegner werfen uns vor, wir suchten unsvergeblich mit dem Worte Gottes zu entschuldigen, da wires äuf frevelhafte Weise verdrehten. Aber daß dieß nichtnur eine boshafte Verlaumdung, sondern auch freche Scham-losigkeit sey, wirst Du selbst, wenn Du unser Bekenntnißliesest, nach Deiner Weisheit beurtheilen. Doch muß auchhier Etwas gesagt werden, wasDir zum Lesen selbst Aufmerk-samkeit und Eifer erwecken, oder wenigstens den Weg bah-nen möge. Wenn Paulus alle Weissagung nach der Aehn-lichkeit des Glaubens eingerichtet wissen will, so giebt er hier diesicherste Richtschnur, wonach die Auslegung der Schrift geprüftwerden muß. Wenn nun die unsrige nach dieser Glaubensregelbeurtheilt wird, so ist der Sieg auf unserer Seite. Denn wasstimmt mehr und besser mit dem Glauben überein, als die Aner-kennung, daß wir von jeder Tugend entblößt sind, um von Gottbekleidet zu werden? Alles Guten leer, um von ihm erfüllt zuwerden. Wir Knechte der Sünde, um von ihm befreit zu wer-den? Wir blind, daß er uns erleuchte? Wir lahm, daßer uns leite? Wir schwach, daß er uns unterstütze? Wiralles eigenen Ruhms uns begeben, daß er allein in Herr-lichkeit erscheine und wir in ihm uns rühmen? Wenn wirso und in ahnlicher Weise reden, werden sie unwillig und
^1) Spr. 29, 13. 2) Dan. 2, 34. Jes. 11, 4. Ps. 2, 9.
murren,