In der "z ü l i ch e I' G e g e II d.
V.
ie Reliquie des heiligen Areu;e
fEllen bei Düren.)
„hohe Frau, ich ziehe weiter,
Mein Gelübde fromm zu lösen,
Nach dein heil'gcn Gotteslande,
Wo der Heiland hat gelitten;
An dein Grabe will ich beten,
Will die teure Stätte küssen,
Wo am Kreuz' der Sohn geblutet
Für die Sünden unser Aller.
Doch ich will auch Eu'r gedenken,
Und vom frommen Patriarchen
Wir ein heiliges Pfand erbitte»,
Das ich schenken mag den Frauen
In dem hohen Stift zu Ellen I"
Also sprach der Graf, ein Ehriste,
Und ein Ritter auch, ein tapfrer,
Ziehend nach dem heil gen Lande.
Dort besucht er alle Stätten,
Betet brünstig aller Grten,
Vpfert manche reiche Gabe,
Spendet viel den armen Christen;
Nimmt vom frommen Patriarchen
Doller Ehrfurcht die Partikel,
Don dem heil'gcn Kreuz gelöset, —
Wahrt sie kostbar, — schifft von dannen.
Aber plötzlich ans dem Utecre
Hub ein Sturm an, mächiig wütend;
Ach, das Schisflein ging zu Grunde,
Auch die hcil'ge Krcuzpartikcl
Abwärts sank in tNecrestiefen;
Nur der Graf, der fromme Pilger
Kam zum Strande wohlbehalten,
Dankte Gott ob der Errettung. —
Als er nun auf weiten Wegen
War ins Land des Rheines kommen,
Lenkt er seinen Pfad zum Stifte,
Daß er bei den würd'gen Frauen
Sich entschuld'g' ob des Versprechens:
Deutend, wie sich's zugetragen
Mit dem Spänlein, das beim Sturme
Ging verloren in den Wogen.
Und die Klosterfrau erwidert':
„Ach, wie wundervoll der Herr ist!
Eben war ein schöner I ingling
Dor dem Kloster, gab ein Kästlein
An die Domina gerichtet;
Geffnend schnell, wie staun ich, findend