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2 (1911)
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In der Jülich er Gegend.

IV.

?cr Zlesertener aus Spandau.

(Eine Jülicher Sage).

(Nicderrh. Geschichtsfreund 1889 Nr. 24.)

Zu Spandau auf der Feste, da hat in Heimweh-SchmerzGar manchem jungen Krieger gcblniet einst das Herz,

Als Werber junge Leute, die stattlich von Gestalt,

Noch allenthalben haschten mit List und mit Gemalt.

Zu Spandau auf der Feste auch einst ein Jül'chcr war,

Der hatte dort geschmachtet schon volle sieben Jahr;

War nicht seitdem gekommen aus ihrem Kreis herausUnd hatte nichts vernommen vom teuren Vaterhaus.

Des dacht' er einst, als einsam auf hohem Wall er standUnd hin nach Westen schaute, nach seinem Vaterland.

„Nchl" seufzt er — eine Träne sich ihm ins Nuge schlich --„Nch!" seufzt er, „MutterI VaterI wie sehn' nach euch ich mich!"

Da schlägt ihm auf die Schulter ein alter Korporal,

Der vierzig Jahr schon diente aus Lust und freier Wahl;

Dem Jül'cher er als Landsinann — er war aus Herzog'nrath —

Trotz seines Eisenherzens geneigt war in der Tat.

„Hei! Landsmann, last das Seufzen! taugst doch als Krieger »icbt,Heut Nacht — merk' auf! ein Reuter, ein Herzog'nrather sprich! —Heut Nacht um Kwölfe komme hierhin und warte mein.

Und eh' der Hahn gekrähct, sollst du in Jülich sein."

Sprach es und wandt' den Rücken und liest den andern steh'n.Der stand noch lang betroffen, wustt nicht, wie ihm gescheh'n,

Wustt nicht, sollt' er ihm glauben, sollt' er ihm glauben nicht;Das wüßt' er, von dcn Reutern ward' wundcrviel bericht't.

Denn wer lm Jül'chcr Lande hält' nicbt gebort als Kindvom Herzog'nrather Bockritt, der schneller als der Wind?

Wie man zum Beispiel, gilt es des Sultans Wäsche hent,

Nuch schon des andern Morgens zu London feil sie beut.

Die Runde war gegangen, zwölf Ukr war schon vorbei,

Es stand der Jül'chcr harrend bereits auf der Bastei.

Die Nacht war kalt und finster, es heulte baß der Sturm,

Die Eule krächzte schwirrend am nahen Kirchenturin.

Da naht der Korporal sich, er winket mit dem Stock,

Und plötzlich ihm zur Seite erscheint eni zott'ger Bock,

Der schwärzer als die Raben, der schwärzer als die Nacht,

Ihm ans den Augen glüht es wie Fcu'r ans finsterm Schacht.