In der Jülich er Gegend.
zu haben. Jetzt erscholl das gegebene Losungswort' „julia,julia, nostru clomina!" Allein, es stellten sich keine Verräterzur Ljilfe ein, wohl aber griffen die Bürger, aufgeschrecktdurch den Lärm, zu den Waffen und eilten zum Kampfe.Die Sturmglocken ertönten, und in wenigen Almuten wüteteder erbittertste Kampf auf dem Markte. D?e augreuzendenStraßen waren bald abgesperrt, um dem Feinde die Fluchtunmöglich zu machen. Greise, Frauen und Kinder warfenSteine aus den Fenstern und von den Dächern und zer-schmetterten manchen Kitler. Es sanken aber auch vieleBürger von den gewaltigen Schwertern der Kitter zu Todegetroffeu dahin. Mit jedem Augenblicke stieg der Lärm undder Mut der Bürger, es strömten immer neue hinzu, währendbei den Kittern die Verwirrung und Mutlosigkeit immergrößer und ihr Ljäuflein immer schwächer wurde. DieNacht vermehrte das Schaurige des Kampfes. Bald erkannteGraf Wilhelm, daß er mit seinen Söhnen, die wie jungeLöwen an des Vaters Seite fochten, dem sicheren Tode ver-fallen sei, wenn er länger Stand halte. Gr lenkte daher mitihnen und dem kleine» Keste seiner Krieger zur Zakobsstraßehin, weil er bemerkt hatte, daß hier der Weg noch offenwar. Schon hatten sie sich durch die dichten Ljanfeu derBürger bis zum Weißfrauenkloster Bahn gebrochen, da tratein rüstiger Grobschmied mit einer großen Eisenstange ausder Werkstatt und schlug mit gewaltiger Wucht zuerst denGrafen Wilhelm und dann seine drei Söhne tot von denPferden herunter. Unterdessen waren auch die noch übrigenBegleiter des Grafen zu Boden gestreckt worden, so daß von^63 Kittern auch nicht ein einziger verschont worden war,der die Trauerkunde der Gräfin Kvcharda bringen konnte,welche in Jülich mit beklommenem Ijerzen der Nachricht vondem Vusgang des Gefechts harrete.
Sm Zahre 1230 wurde mit der Witwe des Grafeuauf dem Schlosse Schünau bei Nachen Friede geschlossen.Die Stadt mußte ihr und ihren beiden Söhnen ein be-deutendes Sühnegeld zahlen und zugleich für die Seeleuruheder Erschlagenen vier Sühnealtäre errichten. Nu der Stelle,wo Graf Wilhelm mit seinen Söhnen den Tod fand, wurdeein steinernes Monument erbaut, dessen Trümmer die neuereZeit erst weggeräumt hat.