Druckschrift 
2 (1911)
Entstehung
Seite
69
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Im K emp e n er I a nd.

K9

Daß eine Kirche hier gestandenvermelden Schrift und Sagen nicht;

Kein Thronikbuch ist uns zu Händen,Das ans so alten Zeiten spricht.

Uls uns're Väter Heiden) waren,

Zog St. Sintbert»? durch dies Land;

Drum wird noch heut' nach tausend IahrenDies Tal am „Heidewcg" genannt.

lind durch die Seele bebt ein Schauer,Und um die Hügel klagt die Nacht,Tin Mahnruf tief geheimer^ Trauer,

Die auf der Trde endlos, wacht. —

So fühlt das Herz in tiefein Leben,

Wenn dieser Glockenklang ersteht,

Daß jedes Leid und jedes LebenWie Lied und Lust zu Tnde geht.

»I.

Aur Abwendung der Nachtiuar.

(„Heimatkunde" l>882 Nr. 5)

Lot mech möt"Friehen (Frieden),

Mar, du falls rehen (reiten)

Gever alle Saal-Wiehen (Salweiden),

Gever alle tahm.l Kliehen (zahmen Klee),

Gever alle Stoppeln.ton Dören,

Gever alle; Strühß-Daakerj(Strohdächer),

Dat du net an nri Beltsche falls raaken (reichen).

Nachtsmar, Nachtsmar, lelleck Dier,

Komm von dese Nacht net hier!

Nile Water sollt jei weihe (wehen, in Bewegung setzen),Alle Boome sollt jei bleihe (entblättern),

Alle Spiere Grase tällc,

Nachtsmar, dann mech cn des Nacht net quäle.

IV.

Abergläubische Gebräuche und ^esegnungsforinclu.

(Nach einem alten Manuskript.)

Um Uläuse zu vertreiben oder gänzlich unschädlich zulachen, soll man nach der Uolkchnge einige lebend fangen