Druckschrift 
2 (1911)
Entstehung
Seite
68
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Im Keiup cn erlati d.

II

Die versunkene Glocke

Richard Frendenberg.

Süchtelncr Sage.

van schlanken Föhren rings umgeben,In rater peide Hellem StrahlLiegt bei der Abendlüfte BebenDas liebliche Johannistal.

Tin Brünnlein rinnt in tiefem Grunde,Ein einz'ger Pfad zieht sich durchs Grün,Goldgelber Ginster schmückt die Runde,Und schnelle Schwalben sieht man flich'n.

Es ist so still um diese Pügel,

Kein Tierruf hebt sich weit und breit,Der Fuhrmann lenkt mit losem ZügelLautlos durch diese Einsamkeit.

Im Gstcn steigen bleiche Sterne,

Und wer die Pride geht entlang,

Port träum'risch oft, wie aus der Ferne,In Luft verwch'n den Glockenklang.

Wo ragt die graue Kirchenmauer,Der dieser dumpfe Klang entquillt,

Der wie ein Mahnruf tiefer TrauerDas stille Tal unheimlich füllt?

Wo haust die klagende Gemeine,

Die sich in diesen Raum verliert,

Wo aus vermorschtem KluftgesteineSich Klang auf Klang stets neu gebiert?

Doch keiner sagt, woher es klingetAus längst versunk'ncr Glocke Mund, —Vb's aus der Ferne zu dir dringet,Vb unter dir aus tiefem Grund, —Dem pirten, der von naher WeideDer perde folgetsunbewußt,

Dem müden Jäger in der peideTönt's wie in seiner eig'nen Brust.

von dieser Kirche schweigt die Sage,Uralter Zeiten frommer Gruß.Der Jungfrau tönt's wie Licbesklage,Dem Manne wie ein ernste? Muß;Dem Kinde klingt's wie Lercheurcigcn,Dem Jüngling-,pocht es ungestüm,

Jedoch dem Greis beim tiefsten SchweigenDer Thristnacht nur, da lauscht er ihm.