Druckschrift 
2 (1911)
Entstehung
Seite
53
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Im Geldern lande. ZI

XI

scdwovte Leeven Hier.

(Der schwarze liebe Herr.)

(„Die Heimat", 1876, Nr. 29.

Etwa ü Minuten von Leuth, an der Landstraße, welchevon hier nach Herongen führt, erblickt man rechter Handunter einer Linde ein mächtiges steinernes Kreuz, von demfolgendes erzählt wird: V.ls im Zahre 1798 die Kreuzeauf Kirchhöfen, Kirchtürmen und an öffentlichen Wegenbeseitigt wurden, wollten die Franzosen auch dieses entfernen.Da ihnen aber trotz der größten Anstrengungen es nichtgelang, den schweren Stein auszugraben, oder das Thristus^bild zu zertrümmern, gaben sie diesem die Farbe des Teufels,indem sie es mit einer schwarzen Tünche bestrichen, und seitder Zeit hat die Gemeinde Leuth ihren „schmorte Leeven-Hier."

Or. Spee.

XII.

?ic Uracdensage.

(Uns „Kurze Geschichten des Herzogtums Geldern,,. Gedruckt beiU. Bagcl in Ivcsel.f

vor ungefähr 1999 Zahren hauste in dem Lande vonHont ein fnrchtharcr roter Drache; er war der Schreckender ganzen Gegend, verwüstete alles ringsum und fraßMenschen und Vieh. Gr lagerte unter einem großen Mispelbaumund machte von dort aus seine Kaubzüge. Das Schlimmstewar, daß durch seinen verpestenden Vtem, den er stundenweitverbreitete, Menschen und Tiere starben. Nile Bemühungen,das schreckliche Ungeheuer zu töten oder zu vertreiben, bliebenfruchtlos. Endlich aber erschienen die Ketter. Es warenzwei tapfere Jünglinge: Ivichard und Lupoid, die Söhne desHerrn von Hont. Diese beschloffen, das Land von der Hlagezu befreien, koste cs, wa- es wolle. Das kühne Wagestückglückte vollkommen. Kach einen? harten Kampfe töteten siedas Tier, das bei seinem Tode deutlich die Worte ausstieß:„Gelre, Gelre, Gelre." — Die Freude war groß im gauzeuLande; die Brüder aber erbanten mit Hilfe ihres Vaters ander Stelle, wo sie den Drachen erlegt hatten, eine Burg uudgaben derselben nach dein Geschrei des Tieres den Namen„Gelre".

Später entstand in der Nähe der Burg eine Stadt,welche, wie diese, den Namen Gelder!? annahn?.