Bn den Ufern des Rheines
IS
Der Knappen frohe Meise ist all verhallt, verstummt,Sie naht sich zitternd leise: „lver ist's, den ihr vermummt?"Bldolfen sieht die Gute jetzt starr und totenblaß,von rotem Herzensblute Gewand und Panzer naß.
Die starken Riesenglieder drückt kalte Todsgewalt,
Für Taten und für Lieder ist's Heldenherz jetzt kalt;Die Treue ward gebrochen ans dem Turnier zu Nenß —Zvohl ward dort wild gestochen, das Herzblut war der Preis.
Bus Spiel war Ernst geworden, und Helden kühn und stark,Die Huben an zu morden: vom Berg und von der Mark,Und Lötz — drei stolze Grafen und vierzig Ritter kühnviel Todeswnndcn trafen und sanken blntcnd hin.
Dazu dreihundert Knappen dort fanden ihren Tod,
Es färbte manchen Knappen und manckcn Rappen rot!
Drob flössen heiße Zähren aus Bugen hell und blau,Zu Schmerz mußt sich verkehren die lvonne mancher Frau.
Dm Nürnberger Dome, den Bdolf jüngst erbaut,
Stöhnt zu dem Tränenstrome die Klage bang und laut;Man sah ihn dort bestatten mit Sporen, Schild und Schwert,Der Gattin Sorgen hatten sich nur zu bald bewährt.
„B traue keiner Treue, die Kampf und Sühne flicht:
Der alte Haß anfs neue bald lockre Freundschaft bricht!"Es war ein böses Stechen, das Herzblut war der Preis,
Noch lange wird man sprechen von dem Turnier zu Neuß!
i!I.
Line Prozession in Mittlaer,
(„Monatsschrift des Bergischen Gcschichtsvereins" II, S. III.)
Zu Wittlaer bei Kaiserswerth war es seit alter Zeitüblich, bei der Frohnleichnamsprozession das Bild des heiligenKemigius (des Schutzpatrons der dortigen Kirche) auf einerTragbahre durch vier Männer umtragen zu lassen. Giltstgeschah es nun, das; einer der vorderen Träger nicht Schritthielt und dadurch seilten bsinterniann ungebührend belastete.Dieser ergrimmte darüber, schlug zu und versetzte dem lässigenTräger eine kräftige Ohrfeige. Der Getroffene, in derMeinung, St. Kemigius habe ihn selbst geschlagen, warf dieBahre zur Erde und rief:
Sant Kehmchs,
Dat du et wehs!
Kannst du schloen,
Kannst du och goen.