IS
Nu dc» llfccii des Rheins.
IV.
Bestrafter Nebermut.
(„Heimatkunde" 187g, Nr. I.)
Verschiedenen Andeutungen zufolge muß wohl derZeitraum,welcher zwischen der Beendigung des siebenjährigen Krieges(1763) und dem Beginn der französischen Revolution (1789)liegt, für die Bewohner unserer Gegend ein recht glücklichergewesen sein. Dies war nach der Volkssage Veranlassung, daßmancher sich zu Uebermut uud Keppigkeit hinreißen ließ.So wohnte in (Osterath auf Pollerhof ein reicher Mann.Sein Ackergut war das größte und eintraglichste des (Ortes.Zu seinem Vergnügen hielt er drei rabenschwarze Hengste.Ginstmals verschwor er sich in seinem Hochmut, daß er alleseine Kühe im Stalle an silberne Ketten legen wollte. Grließ wirklich zwei silberne Kuhketten anfertigen, woran erzwei Kühe befestigte. Die Strafe folgte der übermütigenTat auf dem Fuße; das verderben brach jählings über ihnherein und in kurzer Zeit war der poller Bauer einruinierter Mann.
Theodor Holzschneider.
V.
Uexpigkeit wird durch IVMsserflut bestrast.
(„Heimatkunde" 1»79, Nr. 1.)
Du Heerdt und Niederkassel hatten die Tente fruchtbaresTand, sie hatten nacheinander viele gute Zahre gehabt,wurden daher üppig und lebten verschwenderisch. Giner derdortigen Bauern ließ ein Hufeisen von Silber, worauf sei»Name stand, anfertigen und dasselbe seinem Pferde loseunterschlagen mit der Absicht, daß dasselbe auf einen: balddarauf zu unternehmenden Spazierritt abfallen sollte. Gssollte dann durch den Finder des Hufeisens der Neichtumder Niederkasseler Bauern bekannt werden, die ihre Pferdesogar mit silbernen Hufeisen beschlagen ließen. Die Geschichtekam dem Pastor von Heerdt zu (Ohren, und dieser sah sichveranlaßt, solchen Kebermut Sonntags in einer Predigtgebührend zu verurteilen, wobei er im prophetischen Geisteausrief:
Gaffel, Gaffel!
Gott wird dich Haffen
Mit Feuer oder mit IVaffer!