Druckschrift 
2 (1911)
Entstehung
Seite
8
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8 Sagen an, ganzen Niederrhein,

die Gliedmaßen stark und rührig, das Haupt eckig und ver-schlagen. Auch versäumte der Herr nicht, der Rraftgestalt,als sie im Leinen ausgearbeitet war, einen Stummel vonTabakpfeife in den Mund zu geben, Petrus schaute demgelungenen Werke seines Herrn zu, voll Staunen, daß seinekühnsten Wünsche darin weit übertroffen waren,

Ms auch der liebe Herr mit seiner Arbeit zufriedenwar, ruhte er eine Weile in Betrachtung aus. Dann gaber dem Gebilde mit seinem Stabe einen Schlag an dieSchulter, auf daß es befeelt werde, sich erhebe und im Lebeneinherwandle. Wirklich erhob sich auch der Westfälingeraugenblicklich lebenskräftig und frisch. Allein nicht dieDankbarkeit ob des verliehenen jungen Lebens war die ersteRegung des Gewordenen, sondern vielmehr der Schlag, dener erhalten, schien ihn zu beschäftigen. Lr schaute nämlichden Schöpfer herausfordernd an, ballte ihm drohend dieLaust entgegen und fluchte durch die Zähne, welche denPfeifenstummel sorgfältig festhielten, „Tin Donnerkeil solldich zerschlagen, wenn du mich noch einmal berührst!" Dergute Petrus schrak darauf zusammen, schüttelte bedenklich seinHaupt und folgte dann den lieben Herrn, der fürbaß schritt,im Bewußtsein, diesem Lande den richtigen Bewohnergegeben zu haben.

II.

Totenvögel.

(„Der Niederrhein", 1878, Nr. I.)

Unter den Lulen gilt der Liekvogel (kleiner Ranz, Leichen-huhn) als Vorbote des Todes; wo er des Nachts öfters anden Häusern ruft, „Komm mit! komm mit!" (daher auchUommitvogel) wird bald jemand sterben. Die Aester(Llster) schreit, „Siefen!" Wo sie sich auf ein Haus setzt,muß bald jemand sterben.

III.

Z?ie eierlegende Meise (Aoblineise.)

(.Der Niedcrrhcin", 1878, Nr. I.)

von der Meise geht die Sage, daß sie sehr viele Tierlegt. Nimmt man jeden Tag ein Li aus dem Nest und legtein Steinchen hinein, so legt sie bis 101 Lier, sie legt sich tot.