Sagen am ganzen Niedrer heiin
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IV,
Der Ivachtelrus.
(„Der Niederachen,", 1873, Nr. 1.)
Die Sage erzählt: So oft die Wachtel gleich nacheinanderschlägt, so viele Reichstaler werde in demselben Jahre dasMalter Korn kosten. Nlte Leute wollen wissen, daß in demteuren Zahre 1817 die Wachtel 17 mal geschlagen habe. (S,nKempener Lande und weiter niederwärts singt die Wachtel:,,Rick bin ick! rick bin ick.")
V
Zauberspruch und Sympathie.
Wns einem Manuskript von I. P, Lentzen.)
Die Naturreligion und lebhafte Phantasie unserergermanischen Vorfahren hat allerlei Ritual ausgebildet,wodurch sie eine geheimnisvolle Gewalt zu erlangen glaubten,die schädliche Einwirkung überirdischer Gewalten zu bauneu;sie hatten heilkräftige Sprüche gegen Krankheit, gegen denbohrenden Wurm in Finger und Zahn und gegen zerbrocheneGlieder; es sollte gefügt sein Glied zu Glied, Bein zu Bein,Blut zu Blut. Große Zauberkraft hing an den germanische»Buchstabenzeichen, den Runen. Wer die Runen einschnitt indas Reis der Hasel oder eines andern Fruchtbaumes uuddazu das rechte Lied zu siugeu wußte, der vermochte Gliederzu heilen, die Fesseln der Gefangenen zu löseu, deu Pfeil inder Luft zu hemmeu, den Leib unverwundbar zu machen,das lohende Feuer zu dämpfen, hadernde Männer zu ver-söhnen, den Sturm uud die brandende See zu stillen, die Liebeder Frauen zu erwerben, Reiz zu gewinnen. Das Knüpfengeheimnisvoller Knoten und das Bewahren einzelner Teilevon Tieren und pflanzen, welche den Göttern heilig waren,vermochte zu schützen oder zu schaden. Wenn das germanischeMädchen wissen wollte, ob ein stiller Herzenswunsch Erfüllungfinden werde, so faltete sie ein Blatt des wilden Mohnesoder der Hegerose zusammen. Ein Knoten im Tuch schütztevor Vergessen, Kornblumen essen vor Fieber,
VI.
„Nöchtere spev."
PNicderrcheinischer Geschichtsfreund", 1389, S, 8.)
Beim Volke, uud zwar gerade auch beim nieder, heinischeuVolke gilt allgemein die Vorstellung von einer zauberhaft-