I.
Christus- und Petrus Legenden amMederrhein.
Hie Schöpfung des U^estfälingers.
(„Die Vorzeit rc." von tllontanus, S. 253.)
Die Welt war schon mit Menschen bevölkert, als esnnserm Herrgott einfiel, in Begleitung des Sankt f)eterUmschau zu halten im irdischen Jammertals. Beide wandertenden Rhein hinab und gelangten von Röln auf das rechteUfer iu die Berge, kamen nach Lüdenscheid, wo sich dieMenschen (Lüde) von den Tieren schieden. Das ganze weiteWestfalenland war nämlich noch unbewohnt, weil die Menschendes Rheinlands Bedenken getragen, sich tiefer in die rauheWildnis zu wagen. Sankt jDetcr war von der Abwesenheitder Menschen betroffen und meinte, daß die Gegend zurSommerzeit doch nicht so übel sei, wenn man nur den dazupassenden Menschenschlag finde. Wäre ein solcher auch nichtvorhanden, so würde es dem lieben Herrn, der Mohren undweiße Menschen geschaffen, keine Schwierigkeit seilt, auch fürdiesen Himmelsstrich den rechten Einwohner zu bilden. Derliebe Gott hörte seinem Geleitsmann freundlich zu undbegann, da er am Wege eilte Menge Lehnt fand, den dieSchweine mit ihren Rüsseln und Füßen schon tüchtig zerknetethatten, denselben mit seinem Wanderstabe zu bearbeiten undunter geschickten Streichen und Stößen eilten geeignetenWestfälinger zu bilden. Ts war eine stämmige, däftigeGestalt, die unter dein Stabe des lieben Herrn hervorquoll,