Erläute run g eil
125
von I, Görres, 1813. Die erste kritische Ausgabe mit An-inerknngcn veröffentlicht H. Rückert, 1858. Nene Ausgabenbesorgten: H.A. Iniighans, 1873, Elster, 1884 und 1895, Panzer,1894, Richard Heinrichs, 1995. vgl. ferner „NiederrheinischerGeschichtsfrennd", 1879, Nr. 5 und 1881 Nr. 2.
Zn S. 79. Schiedenhorst, 1241 gegründet, war eine hochadeligeEisterzienserinnen-Abtel bei dem Dorfe Haldern im Kreise Rees,eine Filiale von Gevelsberg in der Mark; die Gebänlichkeitenwurden nach der Klosteranfhebnng am Anfange des 19. JahrHunderts abgebrochen, vgl. „Der Niederrhein" 1878 S. 129und S. 151, „Heimatkunde" 1889, Nr. 13, S. 98-199.
Zu 3. 71. Die Nachtmahr oder der Dich ist ein geisterhaftes Wesen,das sich Schlafenden ans die Brust setzt und ihnen Sprache undBewegung nimmt. Das Volk kennt verschiedene Zaubersprüche,um die Mahr fernzuhalten; einer z. B. zielt darauf hin, dieMahr die ganze Nacht hindurch nnansgesetzt zn beschäftigen, sodaß ihr keine gzeit bleibt, die Schlafenden zu gnälen; ein andererempfiehlt, sich in den Schutz Mariens zn begeben. Allgemeinesüber die Mahr findet sich in Grimms Mythologie S. 792 undHaupts Zeitschrift VI, 191. vgl. auch Schwartz und Kuhn, Nord-deutsche Sagen, S. 444, „Heimatkunde", 1882, Nr. 5, „DieHeimal", >877 Nr 14 und Nr. 29, Z. Schrynen, Nachtmerrie(„Volkskunde 1992, S. 1—4), P. Drechsler, Die Druck- und(Ynälgeister im Volksglanben. Progr. des Gymnas. Zaborze, 1994.
Zu S. 71. Die Sagen von versunkenen Schlössern, Klöstern undStädten sind in mancherlei Variationen allerorten verbreitet.Sie gehen auf Wolkcnmythen zurück. Ivolkengebilde wurdenmit Burgen, Türmen, Wällen und Mauern verglichen. DerZusammenbruch der Wolkenbnrg im Gewitter, das versinken derIvolken rief die Sageil hervor, vgl. p. Herrmann, deutscheMythologie, S. 11!.
Zu Z. 77. „Gründnngssagen" schließen sich an fast jeden tDrts-iiamen an. vgl. auch S. 117 n. 119 dieser Sammlung.
Zu S. 84. vgl. Bartsch, Sagen !c. aus Mecklenburg, I. Bd. Wien,1879, Nr. 589, 599, 599. Schambach-Müller, a. a. G. S. 333,Nr. 99. Zcitschr. des Vereins f. Volkskunde. IV. S. 214. Schell,Bergischc Sagen, Elberfeld, 1897, S. 233.
Zn S. 199. Die Elfen, Heinzel- oder Erdmännchcn, entweichen wennihr Name genannt wird, auch wenn der verhängnisvolle Namemittels einer Botschaft ins Hans gelangt, müssen die Geisterverschwinden. Die schlichte, natürliche Motivierung der Fluchtdurch plötzlichen Todesfall kehrt in manchen Gegenden Deutsch-lands in der Sage wieder. Sn Bldenburg verläßt ein ganzerSchwärm Erdmännchen einen Bauernhof, als die Nachrichtankam, daß ihre Königin Femöhme gestorben sei. vgl. p.Herrmann, Deutsche Mythologie, Leipzig, 1398, S. 89.