Druckschrift 
1 (1909)
Entstehung
Seite
121
Einzelbild herunterladen
 

In der Gladbacher Gegend.

121

Doch, wo aus der falschen Flut

Er ein Leben auch errette

Dankbarkeit nnd Vpfermnt

weihn ihm eine Lhrenstätte.

Auch bei Anrath steht sein Bild

Dicht am Wasser ausgerichtet

lsier ward ein Gelnbd' erfüllt,

wie der Volksmund treu berichtet:

Der beschützet ward als Kind

Durch den lseil'gen vor den Mellen

Als er Mann ward, srommgesinnt

lhieß das Bild er hinzustellen.

Linst vor vieler Jahre Frist

Schritten Nachbarn hier zum Flecken,

Das ein Knäblein werde Christ

Bei des Taufsteins heil'gcm Becken.

Als der hohe Akt vollbracht,

Zecht man froh nach deutscher weise

Zieht man heimwärts; teure Fracht

Trägt man heim in Freundeskreise.

wer des Guten hob zu viel,

ihat den Leichtsinn schwer zu büßen;

wankend schreiten sie zum Ziel,

wo des Flenthbachs Wellen fließen.

Schmale Brücken trägt der Bach;

welch' ein Klimmen, welch' ein waten!

Lautes Jammer»,weh" und ,,Ach"

lhilft hinüber Bas' und Paten.

Auf des andern Ufers Rand

Festen Fußes steh» vie Zecher;

Bald führt sie der Freundschaft ksand

Unter heimatliche Dächer.

Jauchzend treten sie ins ksaus,

wo die Niers ein Mühlrad wendet;'"')

lhöret, wie nach Sans und Braus

Nun die Feier tragisch endet:

Als der Vater freudenreich

Umschaut nach dem jungen Christen -

Alle staunen, schreckensbleich,

Da den Täufling sie vermißten:

Aus der Decken bunter Zier

khat Wehmutter ihn verloren.

,,weh'! welch' Unheil haben wir

Schuld'gc heut heraufbeschworen!"

D wo an Häusern, in ^tischen:c. ein taepomuckbild angetroffen wird, kann manfast mit Bestimmtheit annehmen, daß hier früher ein Gewässer vorbcifloff sollte sichdasselbe auch jetzt verloren haben.

Der Sage geniäs; war der Täufling ein Sohn desBonseis" Müllers ans der