I.
ein Leineweber, ebne ;u arbeiten,Geld genug bekenn.
(Mündlich).
Sn der Gegend von Grefrath wohnte ein Leineweber,der, als er ein neues Stück nach Hause brachte, darübernachsann, wie er doch, ohne arbeiten zu müssen, genug Gelderlangen könne, Nls er so hin und her überlegte, klopfte esplötzlich an seiner Tür, und herein trat ein feiner Herr, derihm Geld in Überfluß anbot, wenn er ihm seine Seele ver-schreibe. Sie wurden einig, daß die Seele fällig sei, sobalddas Stück, an dem der Weber täglich arbeiten mußte, abge-webt sei. Der Herr — er war der Teufel selbst — braebtedem Weber Geld in Fülle, und der Weber arbeitete jedenTag nur zwei Schuß. Dein Teufel wurde die Zeit sehrlange, aber er brachte doch immer Geld und dachte: „End-lich wird das Stück einmal fertig werden." Nach einige»Zahren nahte sich das Stück dein Tnde. Der Weber, dersonst noch immer munter sein Liedchen „Die Leineweber, dassind lustige Leut" gesungen hatte, ward traurig und stelltesein Singen ein. Da kam der Teufel herein und sagte: „So,Weber, jetzt käme bald die Zeit, wo deine Seele nur gehört."„<V nein", entgegnete der Weber, „jetzt werden erst die „Läuger-kordeln" angemacht." „<Li", sagte der Teufel, „wie langewird es denn jetzt noch dauern?" Der Weber arbeitetewieder jeden Tag zwei Schuß, und das Stück ging bald zurNeige. Der Teufel war darob erfreut und dachte: „Nunwird die Seele bald mein sein." Da auf einmal ging amWebstuhl der „Tempel" entzwei, so daß der Weber nichtmehr arbeiten konnte. Der Teufel war darob bestürzt undsprach: „Was fangen wir denn nun an?" „Za", sagte derWeber, „da mußt du mir zwei Teufel aus der Hölle schicken,