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1 (1909)
Entstehung
Seite
58
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Nu den Ufern des Rheines.

Mime, der alte, erschlagen lag da auch:

Er gab in Eekarts lhändc den letzten Lebcnshauch.

Dem wollte niemand folgen, wie gut er immer riet:

Wie oft des werten lhcldcn ein frühes Ende beschied I

Karl Zimrork.

XXV.

!1on Siegfrieden

(Zweites Abenteuer des Nibelungenliedes.)

Da wuchs im Niederlande eines reichen Königs Kind,Sicgmnnd hieß sein Dater, seine Mutter Siegelind;

Du einer reichen Beste, weithin wohlbekannt,

Unten an dem Rheine, Santen war sie genannt.

Dch sag euch von den: Degen, wie so schön er ward,

Er war vor allen Schanden immer wohl bewahrt.

Stark und hohes Namens ward bald der kühne Mann:lsci! was er großer Ehren ans dieser Erde gewann!

Siegfried war geheißen der selbe Degen gut.

Er besuchte vics der Reiche in hochbehcrztcm Mut.

Durch seine Stärke ritt er in manches fremde Land:lhci! was er schneller Degen bei den Burgondcn fand!

Bevor der kühne Degen ganz erwuchs zum Mann,

Da hatt' er solche Wunder mit seiner ihand getan,

Davon man immer wieder singen mag und sagen:

Wir müssen viel verschweigen von ihm in heutigen Tage».

Du seinen besten Zeiten, bei seinen jungen Tagen,

Mochte man viel Wunder von Siegfrieden sagen,

Was Ehren an ihm wuchsen und wie schön sein Leib:

Drum dachte sein in Minne manches waidliche Weib.

Sie erzogen ihn so fleißig als ihm geziemend war;

Was ihm hoher Tugenden der eigne Sinn gebar!

Davon ward noch gezicret seines Datcrs Land,

Daß man zu allen Dingen ihn so recht herrlich befand.

Er war nun so erwachsen, um auch an lhof zu geh».

Die Leute sahn ihn gerne; viel Fran'n und Mädchen schön

Wünschten wohl, er käme dahin nur immerdar;

kiold waren ihn: so Manche, des ward der Degen wohl gewah

Selten ohne ksüter man reiten ließ das Kind.

Mit Kleidern hieß ihn zieren Siegmund und Siegelind;

Nuch pflegten sein die Weisen, denen Ehre war bekannt:

Drum macht er wohl gewinnen die Leute und auch das Land.